Kein Baurecht auf Deponie Zobes/Mechelgrün

Rolf Reichelt ist keinen Schritt weiter: Der 65-Jährige Geschäftsführer der SES GmbH würde gern mit seiner Firma Geld machen aus Abfall und am liebsten auf der Deponie Zobes/Mechelgrün, wo die Firma ein 5,7-Hektar-Grundstück hat. Doch seine jahrelangen Bemühungen kommen nicht voran.

Am Montag sollten "Friedensgespräche" in Form einer Podiumsdiskussion in einem Hörsaal in der Plauener Morgenbergstraße eine Entspannung der Situation bringen, an denen Umweltamtsleiter Dr. Tobias Pohl, Rolf Reichelt und Reichelts designierter Nachfolger Gustav Strobel teilnahmen.

Umweltamtsleiter Pohl machte deutlich, dass auf der Deponie kein Baurecht bestehe - obwohl Reichelt Rechtsanwälte zitierte, die das Gegenteil sagen. Laut Pohl kann man Baurecht schaffen, indem man mit Hilfe der Gemeinde einen Vorhabens- und Erschließungsplan auf den Weg bringt. Reichelts Nachfolger signalisierte Bereitschaft darüber nachzudenken:

Die SES GmbH halte an dem Ziel fest, eine Anlage zu bauen, die Energie aus Bio-Abfall gewinnt mittels thermochemischer Vergasung, einem Verfahren, das schon vor 70 Jahren in Holzvergaser-Autos angewandt wurde. Dafür brauche man Prozesswärme, die sich aus Abfall gewinnen ließe, zum Beispiel aus den 35 000 Tonnen Altreifen von der Deponie. Die Reifen will der Kreis in den kommenden drei Jahren allerdings in Zementwerken verbrennen lassen, um die von Reichelt kritisierte Brandgefahr auf der Deponie zu beseitigen.

Umweltamtsleiter Pohl sagte, dass jedermann die Gesetze einhalten müsse. "Wir leben nicht in einer Bananenrepublik." Gleichwohl suche er einen Weg, konstruktiv zusammenzuarbeiten. "Schaffen Sie Planungrecht, dann wird Ihre Anlage genehmigt - wenn es keine Dinge gibt, die öffentlich-rechtlichen Belangen entgegenstehen."

Den größten Teil der Diskussion hatten Pohl und vor allem Reichelt aufgelistet, wer wo was in der Vergangenheit falsch gemacht hat: Es ging um die Stärke der Strahlenbelastung und an Krebs gestorbene Wachhunde, um falsche Grundbucheinträge und richtige Kleinlichkeit, um fehlendes Entgegenkommen und fehlende Bezahlung eines Gutachtens.