Kauschwitzer Ritterhaus bald Dorftreff?

Plauen - Mitten im Dorfkern von Kauschwitz, direkt an der Zwoschwitzer Straße steht das imposante alte Steinhaus des alten Rittergutes - es steht seit Jahren leer. Das denkmalgeschützte Haus gammelt trotz dieses Titels vor sich hin, der Putz ist marode, die Dachkonstruktion wird durch die Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen.

Nun bahnt sich als Reaktion auf diesen bedauerlichen Zustand in Kauschwitz eine Idee ihren Weg, die für die Belebung und Pflege des Lebens im ländlichen Raum ein gutes Beispiel wäre. Das Steinhaus wird revitalisiert und zu einer Art Vereins- und Dorftreff, ein Zentrum mit Räumlichkeiten im Erdgeschoss und einer vielfältig nutzbaren Fläche im Obergeschoss unterm Dach.

Helko Grimm, Ortsvorsteher von Kauschwitz (CDU), und sein Ortschaftsrat haben ein Konzept entwickelt und bei der Plauener Stadtverwaltung eingereicht. "Wir haben einige Vereine, die teilweise schlecht untergebracht sind und Räume suchen, wo sie sich entfalten können. Da lag das Steinhaus nahe", berichtet Grimm gegenüber dem Vogtland-Anzeiger. Klar, so eine Restaurierung kostet, in Zeiten klammer Kassen kein einfaches Unterfangen. Doch gäbe es immer noch Förderprogramme wie das so genannte "ILEK", das integrierte ländliche Entwicklungskonzept, ein Angebot, den ländlichen Raum als lebenswerten Arbeits-, Erholungs- und Naturraum zu fördern. Dies greift Grimm mit dem Konzept für das Steinhaus auf.

"Im Erdgeschoss würden die Vereine unterkommen und Büroräume, Proberäume und dergleichen entstehen. Diese Fläche wäre ganzjährlich nutzbar, weil entsprechend wärmegedämmt gebaut würde. Das Geschoss darüber könnte man grober ausbauen - also mehr zur Nutzung in der warmen Jahreszeit, das kostete dann nicht so viel", beschreibt der Ortsvorsteher das mögliche Vorgehen. Aus dem Plauener Rathaus kommen bereits positive Signale, bestätigt Grimm. "Baubürgermeister Eberwein zeigte sich begeistert von dem Konzept, er werde es unterstützen, zumal man mit dem ILEK-Programm einen guten Teil der erforderlichen Investitionssumme förderseitig abdecken könne", sagt der Kauschwitzer.

 

70 bis 80 Prozent der erforderlichen Mittel würden von dem Programm gedeckt, steht in den Bedingungen. Bis zu 1,5 Millionen Euro kostet die Maßnahme, schätzt Helko Grimm. Bis 2013 könnte das Vorhaben bei einem positiven Bescheid von Stadt und von der Fördermittelbehörde umgesetzt werden. Dann hätten der Seniorenverein, der Kinderverein, die Freiwillige Feuerwehr, der Rittergutverein und der Ortschaftsrat sowie die Kauschwitzer ein denkmalgeschütztes Kleinod als Dorftreff: Das Steinhaus.