Katzen-Kinder im Kandelhof

Krebes/Kandelhof - 137 Katzen im Tierheim Kandelhof: "Zur Zeit haben wir 26 ganz kleine, die höchstens 14 Tage alt waren, als wir sie bekamen", sagt Tierheim-Chefin Karin Oettmeier. Sie appelliert an alle Katzen-Besitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen.

14 der Mai-Kätzchen stammen aus drei Würfen - die Muttertiere säugen den Nachwuchs. Bei den anderen Kätzchen ist es schwieriger: Vier kleine Katzen stammen aus Oelsnitz, wo ihre Mutter tot gefahren wurde. Sechs Kätzchen hat eine Frau im Karton gebracht, angeblich gefunden im Wald bei Adorf. "Die waren schon zwei Wochen alt und hatten die Augen geöffnet", sagt Frau Oettmeier, die außerdem über zwei Kätzchen berichtet, die morgens im Fundtierzwinger warteten, in einer großen Vorratsdose, abgedeckt mit einem Stück Jute-Sack. Mittlerweile ist Frau Oettmeier zufolge das Katzenleid erschreckend groß geworden - und deshalb gebe es nur eine Alternative: Sie räumt ein, dass es nicht billig sei, eine Katze unfruchtbar zu machen. "Einen Kater zu kastrieren kostet 60 Euro, eine Katze ist teurer - wir rechnen mit 110 Euro, wobei der Tierarzt bei einer Sterilisation nur die Eileiter trennt und bei einer Kastration auch die Eierstöcke entfernt."

Leider ist nach Frau Oettmeiers Worten vor allem auf dem Dorf die Meinung verbreitet, ein Kater verliere mit einer Kastration seine Männlichkeit. Viele sähen in Katzen zudem reine Mäusevertilger. Aber von Mäusen allein könne eine Katze nicht leben. "Das sagen wir auch den Leuten, die von uns eine Katze haben wollen." Frau Oettmeier und "ihr" Tierschutzverein Plauen und Umgebung helfen auch Leuten, deren Katzen kastrieren zu lassen, wenn es finanzielle Nöte gebe. "Wir unterstützen die Halter manchmal auch mit Futter. Alles aus dem einfachen Grund: Es ist besser, wenn die Katze nicht ins Tierheim muss."

Für eine alte Katze aus Bad Elster war das jedoch der beste Weg: Das etwa neun Jahre alte Tier hat fast keine Zähne mehr und ist total abgemagert. Die sehr kleine Katze hat ein trauriges Schicksal hinter sich: Es kam ins Tierheim, übersät mit kreisrunden Narben und Wunden:

"Vermutlich hat jemand immer wieder glühende Zigaretten auf dem Fell ausgedrückt", sagt Frau Oettmeier und bittet alle Vogtländer: "Rufen Sie die Tierheime an, wenn Ihnen eine prasseldürre, herumirrende Katze begegnet."

Abschließend macht Frau Oettmeier aufmerksam auf das Tierheimfest am Samstag, 22. August im Kandelhof. ufa