Kanäle an ZWAV übergeben: Eichigt streitet

"Das Thema ZWAV ist im Gemeinderat traditionell negativ besetzt", sagt Bürgermeister Christoph Stölzel auf Anfrage. Außerdem sei Sanierungspflicht für herkömmliche Kläranlagen mit "krassen Problemen und Sinnlosigkeiten verbunden" für die fälschlicherweise der ZWAV verantwortlich gemacht werde.

Er habe dem Rat erklärt, dass Bürgermeisterkanäle öffentliche Abwasseranlagen für Niederschlagswasser und Abwasser seien, sagte Stölzel. Rechtlich zuständig dafür sei ausschließlich der ZWAV. Das betreffe alle Dinge wie Kalkulationen, Einleitgebühren, Anlage eines Abwasserkatasters, Entsorgungsnachweise, Reparaturen, Havarien - und ganz aktuell: Einleitgenehmigungen. "Bei Umrüstungen auf Vollbiologie", so der Bürgermeister, "muss das Einleiten in einen Bürgermeisterkanal genehmigt werden; und das kann nicht die Gemeinde tun; sondern nur der ZWAV". Die Übergabe der Kanäle sei deshalb auch die Voraussetzung für Einleitgenehmigungen und den Bezug von Fördermitteln.

Stölzel habe versucht, dem Rat zu vermitteln, dass es "rechtlich keinen anderen Weg gibt" und er bei einem Nein des Rates verpflichtet sei, Widerspruch einzulegen. Dazu kam es in der jüngsten Ratssitzung nicht; die Ratsmehrheit stimmte der Übergabe kopfschüttelnd zu. Betroffen, so Stölzel, seien Kanäle in Eichigt zwischen den beiden Alt-Neubauten, Tannenberg und Höhe, Kanäle in Bergen zwischen Glockengeläut und Höhe sowie in Hundsgrün im Bereich des ehemaligen Gasthofs Wendler.

Abschließend nennt der Bürgermeister einen krassen Fall, der die Leute ohnmächtig und wütend mache: Stölzel: "Da ist ein einzelnes Haus fernab der Obertriebeler Flussperlmuschel-Gegend, von einer Person bewohnt. Vollbiologie geht hier nicht, gefordert wird deshalb eine schweine-teure abflusslose Grube für die lächerlichen Abwassermengen von einer Person - aber rundherum darf Gülle in gigantischen Ausmaßen auf Felder ausgebracht werden."

Für diesen "Unfug" hätte der Bürgermeister gerne eine Erklärung - auch von Mandatsträgern, die sich nach seinen Worten offensichtlich um die Not der Betroffenen bisher nicht kümmern. Aus seiner Sicht muss das "angeblich auf EU-Recht angelegte Entsorgungskonzept dringend überarbeitet werden". Sein letztes Wort: ,,Ich komme eben aus dem EU-Land Rumänien, . . . dort schei. . . fast jeder noch in den nächsten Bach."