Kampf um Wirtschaftsstandort Vogtland

 

"Es ist noch net alles verloren". So charakterisierte Stadträtin Kerstin Knabe (FDP) während der letzten Stadtratssitzung die Situation des Plauener Unternehmens Neoplan, dem ihr Ehemann Achim Knabe als Geschäftsführer vorsteht.

 

Plänen der Konzernleitung in München zufolge, sollen die hochwertigen, am Standort Plauen gefertigten, Busse aufgrund eines hier fehlenden Tauchbeckens künftig in einem 700 Kilometer entfernten polnischen Werk lackiert werden. Dies hätte unweigerlich den Verlust von Arbeitsplätzen bei Neoplan Plauen zur Folge.

Von Anbeginn schalteten sich Kommunalpolitiker ein bei der Suche nach Lösungen. Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer richtete ein von den Fraktionsvorsitzenden mit unterzeichnetes Schreiben an das Münchner Management, gestern setzte sich Landrat Dr. Tassilo Lenk mit Achim Knabe zusammen, um gemeinsam Lösungsstrategien zu entwickeln. Doch wie schon im Falle des ebenfalls angeschlagenen Netzschkauer Unternehmens Nema, wo Lenk ebenfalls sofort reagierte und mit dem Konzern-Chef in Bochum sprach, habe man vereinbart, auch über das Ergebnis des gestrigen Gespräches zunächst Stillschweigen zu wahren.

Und es gibt eine weitere Parallele: So schnell wie möglich will Lenk in München mit der Neoplan-Spitze zusammentreffen. Die exakte Terminplanung seien in vollem Gange, so Lenk gestern gegenüber unserer Zeitung. "Ich möchte dem Management verdeutlichen, dass Neoplan Plauen von Bedeutung für die ganze Region ist." Gleichzeitig warnt er vor überzogenem Optimismus. "Dass der Lenk dahin fährt und dann ist alles gleich wieder paletti, so wird es nicht sein", so der Landrat weiter. Auf die Stimmung bei Neoplan Plauen angesprochen ergänzt er: "Im Vogtland gibt niemand auf." Geschäftsführer Knabe bescheinigt der Landrat, ein Kämpfer zu sein, der hervorragend überlege, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Derweil teilt Landtagsabgeordneter Frank Heidan (CDU) mit, dass er gestern mit Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Fiedler über die Zukunft von Neoplan gesprochen habe. Man sei sich einig gewesen, dass ein Moderator helfen könnte, eine vernünftige Lösung für eine hohe qualitative Beschichtung der Buskarossen zu finden. Fiedler habe angeboten, dies zu übernehmen. Mittlerweile hat das sächsische Wirtschaftsministerium angedeutet, dass für den Bau einer Tauchanlage auch Fördermittel ins Vogtland fließen könnten. tp