Kampf geht weiter für die Harmona

Doch bevor die Bürger zu Wort kamen, gab Bürgermeister Enrico Bräunig ein Statement ab. Bereits seit 2009 stehe er mit der Harmona in Kontakt, und ab 2010 sei er als Bürgermeister auch mit politisch Verantwortlichen zur Vermittlung zwischen Harmona und dem Vermieter unterwegs gewesen und habe die Harmona bei der Suche nach einem alternativen Standort unterstützt.

Ebenso habe es Kontakte zu höheren Ebenen des Freistaates gegeben. Über die Umzugspläne habe er erst aus der Zeitung erfahren. Die politischen Verantwortungsträger, so sein Fazit, hätten sich zum Erhalt des Standortes nichts vorzuwerfen. Mit Kenntnis von den Umzugsplänen wolle man den Kopf jedoch nicht in den Sand stecken. Die Harmona, so seine Worte, gehöre nach Klingenthal, allerdings warnte er zugleich vor übertriebenen Hoffnungen, unternehmerische Entscheidungen letztlich beeinflussen zu können.

In der teilweise recht emotionalen Debatte brachte Bernd Zabel die Erwartung der Mitarbeiter zum Ausdruck, dass die Stadt sich für den Erhalt des Standortes einsetzt. Harmona und Weltmeister hätten einen Namen, den man weltweit nur mit Hohner und Castelfidardo vergleichen könne. Gleichzeitig brachte er seine Bereitschaft zur Unterstützung zum Ausdruck. Selbst Markneukirchner Instrumentenbauer verträten die Ansicht, dass der Akkordeonbau nach Klingenthal gehöre. Vermieter und Harmona gehörten an einen Tisch.

Ob sich für die Stadt nun alles erledigt habe, war eine weitere Anfrage, die der Stadtchef verneinte. Es wäre derzeit jedoch nicht dienlich, mit Details an die Öffentlichkeit zu gehen. Stadtrat Carsten Förster von Pro Klingenthal wies darauf hin, dass man stets einen Konsens zwischen Mieter und Vermieter gesucht habe und dass man weiter für den Standort kämpfen werde.

Für Stadtrat Thomas Meisel komme es nun vor allem darauf an, dass die Beschäftigten sich einig seien. Mangels Informationen schossen natürlich bei den Bürgern verschiedenste Spekulationen ins Kraut, wobei es für Stadtrat Andreas Günnel nun wichtig wäre, sich damit zu beschäftigen, wie es bei dem Thema weitergeht. Bernd Zabel bot Stadtrat und Bürgermeister eine Betriebsbesichtigung für Anfang Juni an.