Kameras gegen Vandalen in Rebesgrün

Schützen Überwachungskameras vor Vandalismus? Über solche Kameras denkt man in Auerbach nach, nachdem Randalierer Bänke, Mülleimer, Spielgeräte und eine Umkleidekabine ins Schwimmerbecken des Rebesgrüner Waldbades versenkten.

Auerbach - "Wir ziehen Kameras in Erwägung", sagt Auerbachs Stadtsprecher Hagen Hartwig. Ein Kamera- Auge wacht bereits an der Skater- Bahn im Auerbacher Hofau-Park über die Szene an der Skater-Bahn. Auch dort habe es schon Sachbeschädigungen gegeben - in Form von Graffiti-Schmierereien.

Während zum Thema Rebesgrüner Bad das Thema Kamera via Facebook heiß diskutiert und von manchem User empfohlen wird, ist Rebesgrüns Schwimmmeister Ralf Voigtländer skeptisch. "Kameras? Ich weiß nicht! Das müssten dann ja Infrarotkameras sein, denn meistens kommen die Randalierer ja nachts", sagt er. Etwa vor einem Jahr passierte Gleiches im Bad. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, landete im Becken. "Zum Glück ist der Abfallbehälter, der auch im Wasser schwamm, nicht aufgegangen. Das hätte eine Schweinerei gegeben", bemerkt Voigtländer.

Froh kann er auch sein, dass am Morgen nach der ungeheuerlichen Tat die Schwimmer von der Rebesgrüner Wasserwacht zur Stelle waren und nach dem Training die Sachen aus dem Wasser gezogen hatten. Nun hat Voigtländer im Namen der Stadt Anzeige bei der Polizei erstattet. Dass die Übeltäter diesmal enttarnt werden, glaubt er indes nicht. "Voriges Jahr gab es auch eine Anzeige. Die Ermittlungen sind nach einer Weile dann eingestellt worden", so der Schwimmmeister.

Von Ermittlungserfolgen in Sachen Vandalismus indes weiß die Zwickauer Polizeisprecherin Annabel Windisch zu berichten. Betrug die Aufklärungsquote bei allen vogtländischen Vandalismus-Delikten im Jahr 2014 26,8 Prozent, so sei sie im Folgejahr (2015) schon auf 32,5 Prozent geklettert. Sie führt das vor allem auf die gute Ermittlungsarbeit der Kollegen zurück. Auch wenn der Bürger fast täglich von Graffiti-Sprühereien, von eingedellten Autodächern, aus Pflanzkübeln herausgerissenen Blumen, umgeworfenen Bänken und angezündeten Wertstoffcontainern hört, habe sich die Anzahl der Delikte nicht wesentlich erhöht.

2014 wie 2015 gab es im Vogtland jeweils etwas über 1.800 Vandalismus- Vorkommen. Jüngstes waren Graffiti-Schmierereien in der Plauener Dobenaustraße - und eine in die Göltzsch geworfene Mülltonne in Auerbach. Dass es sich bei den Übeltätern, die vor lauter Kraft nicht wissen, was sie anstellen sollen, zumeist um Jugendliche handelt, ist laut Annabel Windisch nicht so. Von 426 ermittelten Tatverdächtigten im Jahr 2014 waren "nur" 131 Kinder und Jugendliche bis 21 Jahren. Die Mehrzahl - also 295 Randalierer - gehen aufs Konto von Erwachsenen. Ähnlich das Täter- Verhältnis im Jahr 2015: Dort standen 130 Kinder/Jugendliche 245 erwachsenen Tätern gegenüber.