Kämpfe vor Cleopatra

3. Vogtländer Fightnight in der Halle an der Plauener Wieprechtstraße: 1300 Zuschauer erlebten Kämpfe im Boxen, Kickboxen und Mixed Martial Art. Ein Plauener wurde bejubelt und ein Gegner von Vitali Klitschko spielte eine Rolle, als ein Hofer gewann.

Von Stephanie Rössel-Conradi

Plauen Die Sphinx begrüßte am Eingang, neben der Bühne schwangen Tänzerinnen die Hüften, die Cleopatra glichen. "Im Land der Pharaonen" war das Motto des Samstag-Abends: Trommler des Fanprojekts Plauen-Vogtland eröffneten den Abend.
Im ersten offiziellen Block mit fünf Kämpfen im Kickboxen-K1 gab es nicht nur die vielversprechende Begegnung Adem Kökser (Elite Kickboxing Berlin) und Furkan Gencer (Key Gym Bremen), sondern auch den ersten Frauenkampf, der in Plauen ausgetragen wurde.
Anne Blaue, vom mitorganisierenden Club "la familia Halle" stand in ihrem ersten Fight Julia Hatzenbühler vom Kickboxtempel Ingolstadt gegenüber. "Das ist ja mal was ganz anderes", war aus dem Publikum zu hören, das in den vergangenen zwei Jahren nur männliche Kontrahenten erlebt hatte.
Beim den zehn K1-Kämpfen gab es am Samstagabend lediglich einen Sieg durch Knock-Out. Kristian Malocaj (Bujingym Mönchengladbach) brachte im finalen Kampf kurz vor Mitternacht seinen Gegner Omid Rezaiee (Golden Glory Berlin) zu Boden und gewannt deshalb vorzeitig. Alle anderen siegten nach Punkten aus drei Runden.
Etem Bayramoglu (Fightgym Nürnberg) und Rojhat Bilgetekin (Fightclub Kurnaz) waren die Gegner im einzigen Boxkampf der German Boxing Association (GBA) bei dem es um den Titel Deutscher Meister im Cruisergewicht (die Klasse vor dem Schwergewicht) ging. Timo Hoffmann, ehemaliger Profi-Boxer und einst Gegner von Vitali Klitschko, war Ringrichter.
Bayramoglu verpasste seinem wesentlich kleineren, jedoch schwereren Gegner einen Cut am Auge, woraufhin dieser vor Runde zwei das Handtuch warf und damit dem Kampf abbrach.
Unter die Zuschauer mischte sich erneut Profi-Boxer Dominic Bösel., der amtierende Europameister im Halbschwergewicht. Im November will der Sachsen-Anhalter den Weltmeistertitel holen.
Über einen Sieg freute sich am Samstag auch der Plauener Michael Lukat. Er stand das erste Mal in der Vollkontaktsportart Mixed Martial Arts (MMA) im Ring. Sein Gegner Tim Kuchelmeister (Fitness Fabrik Mannheim), der von Dennis Siver trainiert wird, hatte zwar einen Kampf Erfahrung voraus, jedoch spielte Lukat seine Stärken als ehemaliger Ringer voll aus.
Sein Trainer Mathias Buchta, vom Fitnessstudio Iron, der 2018 seinen letzten Kampf im K1 bestritt, suchte einen Nachfolger. Zu Michael Lukat Leben gehört 25 Jahre das Ringen, in dem er es zum mitteldeutscher Meister brachte. Durch Buchta kam er irgendwann zum Kickboxen, ist inzwischen selbst Trainer im Fitness-Boxen und, Kickboxen.
"Ihn zog es aber immer wieder auf den Boden. Beim Kickboxen kam das Ringen immer wieder durch", erklärt Mathias Buchta den Weg zum MMA.
Mit lauten "Luke"-Rufen empfing das Publikum das Team am Samstag. Bisher dauerten MMA- Kämpfe in Plauen nicht lange. 2017 waren es sogar nur ganze zwölf Sekunden. Dieses Mal war das anders. Obwohl Lukat seinen Kontrahenten schnell zu Boden brachte, konnte dieser sich wieder aufrichten, sodass es zu einer zweiten Runde kam. In dieser war der Plauener trotz blutender Wunde unterm Auge überlegen und gewann. "Wir sind total zufrieden. Die Verletzung muss ausheilen und natürlich werden wir den Kampf analysieren, samt der Anfängerfehler. Aber grundsätzlich gingen unser Plan und die Taktik auf und Michael hätte eigentlich schon in der ersten Runde siegen können", freute sich Trainer Mathias Buchta.