Kabinensanierung kann starten

Beim Förderverein des Freibades Haselbrunn herrschte Freitagabend Woche regelrechte Aufbruchstimmung. Die 13 anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung erfuhren von Vereinschef Michael Rannacher, dass demnächst begonnen werden kann, die ersten Kabinen des historischen Ensembles im "Stadion" zu sanieren.

Von Ingo Eckardt

Plauen Der Förderbescheid sei eingegangen und nach langem Hin und Her mit den Denkmalschutz-Experten aus Dresden habe man eine spezielle Form des Partikelstrahlens gefunden, die schonend die alten Anstriche von den Kabinen entfernt, berichtete Vorstandsmitglied Bernd Müller. Den entsprechenden Auftrag habe man bereits vergeben, auch die Dachsanierung der ersten Kabinen kann beginnen. Um dies zu bewerkstelligen, habe der Förderverein der Freizeitanlagen Plauen GmbH die Bereitstellung von Eigenmitteln in Höhe von 25.000 Euro angekündigt. Einen entsprechenden Beschluss fasste die Mitgliederversammlung in der Sternquell-Tenne einstimmig. "Wir erhalten hier in Plauen ein deutschlandweit einmaliges Ensemble - mit mehr als 200 historisch wertvollen Kabinen", freute sich Müller. Sein Vorstandsvorsitzender ergänzte, dass man auch für 2020 bereits einen Förderantrag für einen zweiten Bauabschnitt auf den Weg gebracht habe - in Höhe von rund 400.000 Euro.
Zudem habe man die Zusage erhalten, dass alle Fördergelder, die dieses Jahr im ersten Bauabschnitt nicht mehr verbaut werden könnten, auf 2020 übertragen werden können.
Der Rechenschaftsbericht des Jahres 2018, den Vorstands-Vize Dr. Bernd Märtner vortrug, war ebenfalls positiv im Tenor. Neben dem Ausblick auf die Sanierung der Kabinen gestaltete sich auch die Vereinsentwicklung gut. So konnte man die Basis des Vereines - 58 Mitglieder, inklusive sieben Firmen - stabilisieren, was in demografisch schwierigen Zeiten nicht überall gelinge. "Leider fehlt uns ein wenig der Mittelbau. Wir haben zahlreiche ältere und auch einige jüngere Mitglieder, die Generation der 30- bis 50-Jährigen ist hingegen rar", so Märtner, der langfristig das Ziel ausgab, stets über fünfzig aktive Mitglieder in den eigenen Reihen zu haben. Positiv sei auch die Resonanz auf den Arbeitseinsatz im Frühjahr gewesen.
Ganz gut sei auch die Freibadsaison verlaufen. Die konservativen Planungen des Wirtschaftsplanes der Bädergesellschaft (FAP), an der der Förderverein zu 10 Prozent beteiligt ist, beliefen sich auf 22.500 Gäste. Es kamen 25.100 Besucher, was eine gute Zahl, aber kein Spitzenergebnis gewesen sei, wie auch FAP-Geschäftsführer Ronny Adler bestätigte. Insbesondere die unbeständige Witterung im Juli und August hätten ein noch besseres Ergebnis verhindert. "Dennoch: Durch den Fördermittelbescheid und den Sanierungsstart sind wir selten so positiv gestimmt ins neue Jahr gegangen", freut sich Märtner, der Wert darauf legte, dass alle Vorstände ohne einen Cent Aufwandsentschädigung tätig sind.
Vereinschef Rannacher, der den Verein auch im Aufsichtsrat vertritt, verwies darauf, dass die Investitionen der vergangenen Jahre bei den Badegästen gut angekommen seien. Er denke da vor allem auch an die neue Flachwasserrutsche, die für viel Freude gesorgt hatte.
Stefanie Schädlich, die als Schatzmeisterin gemeinsam mit Cornelia Ehrhardt den Vorstand komplettiert, gab den Mitgliedern auch finanziell Rechenschaft über das Vereinsgebaren. Man lege Wert darauf, stets positive Jahresergebnisse zu verzeichnen. Auf rund 25.620 Euro belief sich denn auch das Vereinsvermögen im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr.
Dass dieses Vermögen nun neu angespart werden kann, dafür nutzt der Verein nicht nur Mitgliedsbeiträge, sondern auch Einnahmen aus den Kabinenpatenschaften, für die man neue Paten gewinnen möchte. Eine Doppelkabine wurde gleich vor Ort in neue Patenhände gegeben. Vereinsmitglied Christoph Löning schloss spontan eine Patenschaft ab. Wer es dem Jößnitzer gleich tun möchte, kann dies beim Verein bekunden.