Körper und Geist in Einklang bringen

Mehr Wissenschaft als Sport sind Qigong und Yoga eigentlich und doch mental und körperlich anspruchsvoll. Grund, beides für "Fit im Vogtland" zu testen.

Von Stephanie Rössel

Plauen "Lokah Samastah Sukhino Bhavantu" ist ein Mantra und bedeutet, dass alle Wesen dieser Welt, glücklich und frei sein mögen.
Mit Mantragesang begann sie, die Ashtanga Yoga Stunde. Weit über 100 verschiedene Yoga-Stile sind bekannt. Man sagt: "Dein Yoga findet dich". Deshalb sollte man verschiedene Varianten ausprobieren. Was mich zuerst ansprach, war Ashtanga, eine Kombination aus Körperhaltung (Asanas) und Atemtechniken (Pranayama). Regelmäßig praktiziert soll es den Körper stärken, entgiften, die Lungenleistung und das Immunsystem stärken sowie eine gesunde Körperhaltung und Flexibilität fördern. Ashtanga gilt als der schwierigste Yoga-Stil. Hat man diese Yoga-Art noch nie betrieben, erfordert es durchaus Konzentration, den teilweise schnellen Wechseln der Figuren zu folgen. Die sogenannten Asanas gehen stellenweise in hohem Tempo ineinander über. Von der "Kobra" in den "Heraufschauenden Hund" zum "Herabschauenden Hund" und wieder von vorne. Andere Asanas werden für jeweils fünf Atemzüge gehalten. Natürlich die, die Kraft erfordern. Auf einem Bein stehend, den anderen Fuß am Fußzeh greifend weit von sich getreckt oder im Kopfstand. Weniger ist aber Beweglichkeit Bedingung, die kommt nämlich nach einer Zeit von alleine, viel mehr, keine Grenzen im Kopf zu haben und sich darauf einlassen zu können ist Voraussetzung.


Bereits nach der ersten Stunde spürte ich, wie meine Wirbel freier waren, der Gleichgewichtssinn geschult und die Muskeln gestärkt wurden. Vom Ambiente und den Klängen wurde der Kopf frei.
Die Plauenerin Maxi Müller hat "Shanti Yoga" 2020 in Plauen eröffnet und bietet verschiedene Kurse an. Vor den Kursen muss keiner Scheu haben. Sie spiegeln deutlich wieder, dass Yoga sowohl für Frauen und Männer, für junge und ältere, für sportliche und weniger sportliche Menschen geeignet ist. Außerdem ist jeder so auf sich konzentriert, dass man schnell ausblendet, dass mehrere Personen im Raum sind.


Bereits vor einiger Zeit erlebte ich eine Qigong-Stunde. Bei Sonnenuntergang an der Talsperre Pöhl erklärte mir Trainer Richard "Richi" Goppert den Gedanke und zeigte einige Grundübungen. Yin und Yang spielen eine große Rolle, aber auch die Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Auch beim Qigong ist es eine Verbindung aus Körper- und Atemübungen. Was zum Teil einfach aussieht, erfordert Konzentration und Präzision. Ziel ist das ausgeglichene Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele. Die Bewegungen waren eher sanft. Auch dabei war die Dehnung der Wirbel und Muskeln spürbar. Die Figuren heißen beispielsweise "Kranich" oder "Wildgans" und lassen die Energie besser durch den Körper fließen. Für mich war es totale Entspannung und spürbare Erdung. Worauf ich seither noch vielmehr achte, ist, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen. Erden bedeutet nichts anderes, als vorhandene Spannungen in die Erde abfließen zu lassen. Etwas, das am Morgen, wie am Abend gleichermaßen gut funktioniert - wenn man sich darauf einlässt.


Der Wahl-Berliner Awai Cheung (www.awaicheung.de) hat im Übrigen ein "Business Qigong" entwickelt das von der Kooperationsgemeinschaft gesetzlicher Krankenkassen durch die Zentrale Prüfstelle Prävention zertifiziert ist. Das sind einfache Übungen, die man nahezu überall machen kann um der Stressfalle zu entfliehen.
Der für mich spürbare Unterschied nach jeweils einer Stunde ist, dass man beim Yoga auch mal in einer Position verharrt, beim Qigong hingegen bleibt man ständig in Bewegung. Beim Yoga ist die Dehnung stärker. Vermutlich ist es deshalb so, dass man beim Yoga körperlich schneller Veränderungen spürt, beim Qigong der mentale Effekt schneller eintritt.

Fakten:

Trainer/in:
Yoga - Maxi Müller (www.shantiyogaplauen.com)
Qigong - Richard Goppert
Probetraining Yoga: 5 Euro
Dauer: 90 Minuten
Kalorienverbrauch: ca. 200 kcal
Vorkenntnisse: keine