Königliches Vergnügen beim "Kaiserwalzer"

Kaiserwetter braucht es an diesem Samstag nicht - schließlich findet der 17. Theaterball im festlichen Ambiente des ehrwürdigen Plauener Theaterhauses statt. Kaiserlich geht es dennoch zu.

Von Torsten Piontkowski

Plauen - Einen Ausflug in die K&K-Zeit, inklusive ein Treffen mit Sisi und Franz versprach Musiktheaterdirektor Jörg Pöckel zum Pressegespräch im November - mitten in der Vorbereitungszeit des Programmes für das alljährliche Highlight aller Theaterfreunde. Nun befindet man sich gewissermaßen auf der Zielgeraden. Der bunte Mix aus Oper, Operette und Musical "steht" und die Protagonisten auf der Bühne verlieren sich langsam aber sicher in den Zustand, den sie bestens kennen: das aufkeimende Lampenfieber. Und für die 400 Gäste, die der Theaterförderverein und das Theater Plauen-Zwickau erwarten, steht ein letzter prüfender Blick in den Kleiderschrank an, womit man sich sehen lassen möchte. Doch obwohl das Motto "Kaiserwalzer" heißt, ist die gar zu strenge Etikette jener Zeit nicht mehr erforderlich, um einen unvergesslichen Abend zu erleben.
Da man Bewährtes nicht ohne Not über Bord werfen sollte, dürfen sich die Besucher - die mittlerweile auch regelmäßig von außerhalb der Region anreisen - auf den Sektempfang ab 18.30 Uhr im Foyer des Theaters freuen, bevor ab 19.30 Uhr Jörg Pöckel in gewohnt charmanter Weise durch das Galaprogramm führen wird. Dies beginnt - nomen est omen - mit dem Kaiserwalzer aus der Feder von Johann Strauss, getanzt vom Ballett des Hauses. Und wo Strauss, da ist die "Fledermaus" nicht fern. "Der Rosenkavalier" macht musikalisch seine Aufwartung und später lässt es sich "An der schönen blauen Donau" flanieren. Neben Ballett, Opernchor und dem Orchester, wird das Publikum sicher auch wieder für bekannte und beliebte Solisten reichlich Applaus spenden - unter ihnen Johanna Brault und Nadine Aßmann. Die musikalische Gesamtleitung liegt in den Händen von GMD Leo Siberski und Vladimir Yaskorski. Nach kurzweiligen 75 Minuten wird der Ball gegen 20.45 Uhr auf der Hauptbühne eröffnet und nachdem bislang (fast) alle Sinne zum Schwingen gebracht wurden, wird ab 21 Uhr mit der Eröffnung des Buffets im linken und rechten Wandelgang des Parketts auch der Geschmackssinn auf überaus angenehme Weise gereizt. Für Gaumenfreuden jedweder Art zeichnet der Partyservice Hörl verantwortlich.
Derart gestärkt wird es nicht lange dauern, bis sich die ersten Paare zur Musik der Kapelle "Die speziellen Gäste" aufs Parkett begeben. Eine weitere Besonderheit wird es ebenfalls geben. Zu den Klängen des Orchesters werden die ersten Tänze im Walzerschritt absolviert", avisiert Helko Grimm vom Vorstand des Theaterfördervereins. Als "Maitre" wird er auch bei der 17. Auflage die traditionsreiche Mitternachtsquadrille anführen.
Lateinamerikanisch geht es derweil wieder auf der Kleinen Bühne zu. Argentinischen Tango präsentieren Quinteto Derecho Viejo & Federico Pierro, eine aus der Hauptstadt Buenos Aires stammende Band, die in Plauen ihre Europa-Tournee beginnt, ab 21 Uhr. Petra Lemnitzer vom Tango Argentino-Verein avisiert Folklore, von der auch vermeintliche Tango-Kenner überrascht sein dürften. Ebenfalls dabei die jungen Tänzer von "Todos Juntos de Rusia". Die Moskauer werden sich mit diversen Show-Tänzen dem Publikum vorstellen. 
Tanzmusik im Separee klingt nur vermeintlich etwas hölzern, denn die beiden DJs Andreas Reuter und Gerd Schremmer bieten ab 22 Uhr im Löwel-Foyer Rock und Pop der letzten 40 Jahre. Zu späterer Stunde geben die argentinische und die russische Band auf der Kleinen Bühne weitere Proben ihres beeindruckenden Könnens. Kaffeespezialitäten und süße Verführungen steuert die Konditorei Börner im Wandelgang-Parkett bei. 
Dass die letzten standhaften Ball-Gänger sich erst erst lange nach Mitternacht auf den Heimweg begeben, ist ausdrücklich erwünscht. Doch leider erweist sich auch im Falle des Theaterballes die Weisjeit, wonach der vom Leben bestraft wird, der zu spät kommt. Mittlerweile sind nur noch Tanzkarten für 28 Euro ab 22.30 Uhr erhältlich, für Schüler und Studenten sogar ab sieben Euro zu haben. Und so können alle, die sich diesmal zu spät um die begehrten Karten bemühten, sich für nächstes Jahr nur einen "Knoten ins Taschentuch" machen oder unseren Bericht in der Montag-Ausgabe lesen.