K & L sucht neuen Standort

Als das Modehaus K & L Ruppert Anfang des Jahres von der Schließung seiner Plauener Filiale sprach, war allein von Restrukturierung die Rede. Nun heißt es, die Stadt-Galerie habe den Mietvertrag nicht verlängert.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Das Modehaus wolle Plauen nicht verlassen, betonte Rüdiger Herrmann, Director Sales bei der K&L GmbH & Co. Handels KG mit Sitz im bayrischen Weilheim. "Der Standort Plauen war immer profitabel. Wir hätten ihn nicht geschlossen. Wir wollen Plauen gern weiter als Standort behalten", sagte Herrmann. Allerdings sei der Mietvertrag, der Ende September nach 15 Jahren ablaufe, vom Immobilienunternehmen ECE, nicht verlängert worden. "Wir hatten einen Mietvertrag mit Optionen. ECE Hamburg hat uns aber bereits im vergangenen Sommer fristgerecht darüber informiert, dass der Vertrag beendet und nicht verlängert werde. ECE ließ uns wissen, dass es einen lukrativen Nachmieter gibt", beschreibt der Verkaufsdirektor die Situation. "Es hat uns sehr leid getan, dass wir die Fläche verloren haben."
"Die Schließung von 14 Filialen ist leider unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können", sagt e im Januar K & L-Geschäftsführer Dr. Christian Gerloff. In den betroffenen Filialen waren bis Ende April insgesamt knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt.
 Aus der Stadt-Galerie muss das Kaufhaus zwar ausziehen, aber die Suche nach einer Alternative in und um Plauen laufe laut Herrmann auf Hochtouren. 
K&L Ruppert hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem das Modehaus in eine finanzielle Schieflage geraten war. Anfang dieses Jahres wurde das Verfahren eröffnet. Im Zuge der Restrukturierung hieß es, werden bis Ende April 2019 insgesamt 14 Filialen der insgesamt 54 Filialen geschlossen. Von der Schließung betroffen ist auch Plauen mit 12 Mitarbeitern, hatte das Unternehmen im Januar mitgeteilt. Allerdings gibt es in der Spitzenstadt mit rund 2000 Quadratmetern nicht nur eine der größten Filialen, sondern die einzige in Sachsen. Inzwischen sind 13 der 14 Filialen, darunter auch Hof, geschlossen. Plauen hat noch bis Ende September eine Galgenfrist. 
 "Wir haben versucht, die Zeit zu nutzen und mit ECE zu reden. Allerdings ist es uns nicht gelungen, mit dem Eigentümer etwas in der Stadt-Galerie zu realisieren. Dabei hätten wir auch eine kleiner Fläche angemietet. Allerdings brauchen wir, um wirtschaftlich zu sein, 1200 Quadratmeter", erzählt Herrmann. Dass die Suche nicht erfolgreich werden könnte, ist kaum vorstellbar. Immerhin sitzt Plauen auf einem hohen Leerstand an Ladenflächen in der Innenstadt, wie auch das Einkaufszentrum Kolonnaden zeigt. "Mit diesen sind wir mit drei weiteren Vermietern auch im Gespräch", so Herrmann. Er blickt auf Coburg und Landshut, wo es gelungen ist, den Standort mit einer Alternativfläche zu erhalten. "Wir suchen intensiv und verhandeln um verschiedene Flächen", sagt der Verkaufsleiter, der für die Filialen zuständig ist. "Und wir haben auch die Mitarbeiter gebeten, sich umzuhören. Da kam auch so mancher Tipp." Wenn es nach ihm gehe, soll möglichst schnell umgezogen werden. 
Danijela Brko ist seit Herbst Managerin der Stadt-Galerie. Sie bestätigte, dass mit K & L Gespräche stattgefunden haben, aber es sei keine Einigung erzielt worden. Mehr wollte sie dazu nicht sagen. Auf die Frage, ob es einen Nachmieter für die Fläche gebe, sagte sie: "Wir haben derzeit keinen Nachmieter. Es gibt aber Gespräche mit potenziellen Nachnutzern."
Nach Aussage von Stefanie Buchacher von K & L in Weilheim, endet der Mietvertrag mit der Stadt-Galerie zum 30. September. "Der voraussichtlich letzte Verkaufstag wird der Samstag, 28. September 2019, sein", sagt sie. Es ei denn....