K&L schließt in Plauen

Das 15. Jubiläum wird das Plauener Modegeschäft nicht mehr feiern. Ende April soll Schluss sein, die Mitarbeiter stehen dann auf der Straße. Dabei war Plauen für Sachsen das K&L-Aushängeschild.

Von Marjon Thümmel

 

Plauen - K&L Ruppert hatte bereits im Oktober vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem das Modehaus in eine finanzielle Schieflage geraten war. Anfang dieses Jahres wurde das Verfahren eröffnet. Im Zuge der Restrukturierung werden bis Ende April 2019 insgesamt 14 Filialen der insgesamt 54 Filialen geschlossen, wie es aus dem Unternehmen heißt. Von der Schließung betroffen ist auch Plauen. Hier gibt es mit rund 2000 Quadratmetern nicht nur eine der größten Filialen, sondern die einzige in Sachsen. Geschlossen werden soll auch die Filiale in Hof und fällt damit unter acht Schließungen in Bayern. Auch in Baden-Württemberg machen fünf Filialen zu. Dies habe die K&L-Geschäftsführung gemeinsam mit dem Betriebsrat nach Zustimmung des Gläubigerausschusses beschlossen. Dem Beschluss sei eine sorgfältige Prüfung der sehr unterschiedlichen derzeit 54 Filialstandorte (mit Flächen von 500 bis 3 200 Quadratmeter Verkaufsfläche) vorausgegangen.
"Die Schließung von 14 Filialen ist leider unerlässlich, um K&L wieder nachhaltig in die Profitabilität zurückzuführen und als Ganzes erhalten zu können", sagt Geschäftsführer Dr. Christian Gerloff. In den betroffenen Filialen sind derzeit knapp 200 Mitarbeiter beschäftigt.
Trotz des schwierigen Marktumfelds und des negativen Trends in der gesamten Branche könne K&L auf ein positives Weihnachtsgeschäft sowie einen guten Start ins neue Jahr 2019 zurückblicken, heißt es vom Geschäftsführer weiter.
"Es ist uns gelungen, mit dem Betriebsrat einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verabschieden, der sowohl die Belange der von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigt als auch dem Unternehmen K&L ermöglicht, wieder profitabel zu wirtschaften und die Beschäftigung von knapp 900 Mitarbeitern zu sichern", sagte Geschäftsführer Jens Bächle, der als Finanzvorstand im September 2017 im Zuge eines Management Buy-Outs K&L übernahm und als Geschäftsführender Gesellschafter umgehend eine Neuausrichtung des Unternehmens einleitete.
"Seit dem im Herbst beantragten Schutzschirmverfahren hat die Geschäftsführung von K&L die insolvenzrechtlichen Möglichkeiten im Rahmen der Eigenverwaltung erfolgreich genutzt, um das Unternehmen neu auszurichten. Zudem besteht ausreichend Liquidität und K&L ist bis Ende 2019 durchfinanziert. Es gibt sehr gute Aussichten, dass das Verfahren schon bald erfolgreich abgeschlossen werden kann", fügte der gerichtlich bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Oliver Schartl, von der Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen hinzu. Das hilft aber den Plauener Mitarbeitern nicht mehr.