Junge Oelsnitzer in Plauen vor Gericht

Zwei junge Männer (19 und 17) aus Oelsnitz müssen sich derzeit am Amtsgericht Plauen wegen versuchten Diebstahls in Tateinheit mit Sachbeschädigung verantworten. Sie sollen im März 2008 versucht haben, aus einer Lagerhalle der Sparkasse Vogtland an der Finkenburgstraße Kupferrohre zu entwenden.   Keine Geständnisse   Wären Daniel (19) und Kersten (17, Namen aller Betroffenen geändert) geständig gewesen, so hätte die Verhandlung nach weniger als einer Stunde beendet werden können. Für den Jüngeren der beiden Angeklagten lag sogar eine Verfahrenseinstellung im Bereich des Möglichen. Dies hätte jedoch umfassende Geständigkeit vorausgesetzt. Besonders zum Leidwesen seiner im Gerichtssaal anwesenden Mutter nutzte der schlanke und groß gewachsene Brillenträger Kersten diese Chance aber nicht und leugnete den hauptsächlichen Tatvorwurf. Und weil Daniel obendrein einen weiteren, ihm zur Last gelegten Diebstahl einer Perücke im Globus-Markt Weischlitz ebenfalls nicht zugab, müssen nun weitere Zeugen vernommen werden.   Flucht durch Toilettenfenster   Am Nachmittag des 25. März vergangenen Jahres waren Daniel und Kersten in die Lagerhalle eingedrungen. Dort sollen sie Kupferrohre ausgebaut und zum Abtransport bereitgestellt haben, um das Altmetall gegen Erlös zu verwerten. Sie seien durch eine offen stehende Tür in die Halle gekommen und die Rohre wären schon lange vorher ausgebaut gewesen, versuchten sich die beiden Beschuldigten herauszureden.

Bei einem früheren Aufenthalt in der Halle habe er seinen Rucksack vergessen, erklärte Daniel. Am vermeintlichen Tattag seien sie nur deshalb noch einmal in die Finkenburgstraße zurückgekehrt, um diesen Rucksack zu holen. Nebenbei hätten sie sich ein paar ebenfalls in dem Gebäude gelagerte Koch- und Backbücher angeschaut. In der Halle wurden sie von Sparkassen-Mitarbeiter Jan überrascht. Daniel konnte durch das Toilettenfenster flüchten. Kersten wurde von dem Zeugen, der die Halle regelmäßig kontrolliert, am Wegrennen gehindert. Was die Kochbücher anging, so schilderte Jan ein Bild der Verwüstung: "Da war alles durch die Gegend geflogen." Auch die Behauptung der Angeklagten, die Rohre wären bereits lange vorher ausgebaut worden, wurde von Jan entkräftet.   Angeklagter wird patzig   Der Zeuge hatte an jenem Tag bereits am Morgen die Halle inspiziert und dabei hinsichtlich der Rohre noch nichts Auffälliges festgestellt. Diese wären erst am Nachmittag ausgebaut gewesen. In Daniels Rucksack fand sich einschlägiges Werkzeug. Die Verhandlung wird mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. "Ob ich den Termin einhalten kann, das weiß ich noch nicht", tat Daniel in patzigem Tonfall kund. "Wissen Sie, was dann passiert?! Dann gibt es einen Haftbefehl und danach können Sie jeden Termin einhalten", stellte Jugendrichterin Andrea Hörr klar. Zum Fortsetzungstermin muss auch der zweite Angeklagte Kersten erneut erscheinen. Die Chance einer Verfahrenseinstellung hatte sich der junge Mann zuvor durch wiederholte provokative Gegenfragen und durch Leugnung des Tatvorwurfes verscherzt.  sg