Juhu, ein Uhu

Eine Handbewegung des Falkners und der Adler stürzt herab auf Plauen- aus 5000 Metern Höhe. "Meine Adler gehören zu den besten der Welt", sagt Hans-Peter Herrmann: Er hat begonnen, Großes aus seiner Falknerei zu machen. Eulen spielen dabei eine Rolle - wie bei unserem Adventsrätsel, bei dem sich heute das 24. (und letzte) Türchen öffnet.

Von Uwe Faerber

Plauen - Es hängt vom persönlichen Geschmack ab, was am meisten fasziniert: Der Sturzflug des Adlers, das mit 300 Stundenkilometern noch höhere Tempo eines Falken oder Olgas lautloser Flug über die Haarschöpfe der Besucher. "Olga ist ein Sibirischer Uhu, mit bis zu 80 Zentimetern die größte Eulenart", erklärt der 37-jährige Herrmann.
Seit 2010 betreibt er in Plauen-Reißig eine Falknerei mit mittlerweile sechs Leuten, drei davon fest angestellt. "Wir haben mit fünf Vögeln angefangen, heute sind es knapp 50 Tiere, bald sollen es weit über 100 sein - vom 10 Zentimeter großen Steinkauz (eine kleine Eulenart) bis zum Schnee- bzw. Himalaya-Geier mit 3,10-Meter-Flügelspannweite.
"Wir sind die größte Falknerei Ostdeutschlands - und wir wollen weiter wachsen: Deshalb verwirklichen wir ein Mega-Projekt."
Allein in diesem Jahr hat Herrmann nach eigenen Worten (mit Hilfe der Sächsischen Aufbaubank) mehr als 300.000 Euro investiert: Entstanden sind eine Zuchtanlage mit 17 Volieren und ein Mehrzweckgebäude mit Toiletten, Büros und Aufenthaltsraum, mit Werkstatt, Labor und einer Frostkammer. "Auch 500 Meter Zaun wurden erneuert. Nächstes Jahr geht es weiter: 16 Schau-Volieren sind geplant, ein Streichelzoo und der Walderlebnispfad wird vergrößert. Jeder Plauener, alle Vogtländer und ihre Gäste sollen wissen: In der Falknerei ist immer was los. Und damit das wirklich klappt, wird es richtige Großereignisse geben - aber das ist noch eine Überraschung."
Nicht lange her, da stand die Zukunft der Falknerei in den Sternen: Mittlerweile hat die Stadt die Pacht verlängert. "Wir haben Vertrag bis 2032 - mit Option auf Kauf oder Verlängerung", sagt Herrmann zufrieden.
Gelegenheit, den Falkner mit weiteren Fragen zu löchern:

?Polen, Preußen und Deutschland, USA und Russland: Herr Herrmann, warum ist der Adler oft auf Staatswappen zu finden?
Herrmann: Der Adler symbolisiert die Freiheit, er steht für Stärke und Weitsicht. In vielen historischen Überlieferungen ist er Vermittler zwischen Gott und den Menschen.

?Ist auf deutschen Euro-Münzen und im Bundestag ein stilisierter Steinadler zu sehen?
Herrmann: Nein, der Steinadler ist das Wappentier Österreichs. Beim deutschen Wappentier handelt es sich um einen Europäischen Seeadler, der übrigens dem Weißkopfseeadler sehr ähnlich sieht, dem Wappentier der Vereinigten Staaten.

?Was kosten Ihre Vögel?
Hermann: Die Preise können vierstellig sein, schwanken jedoch sehr stark - abhängig von Angebot und Nachfrage. Ausbildung der Vögel steigert ihren Wert, und wenn ihre Geschlechtsreife eintritt. Vom ideellen Wert ganz zu schweigen.

Herrmann hat sich mit der Falknerei in Plauen einen Kindheitstraum erfüllt: Der Junge wächst in den 1980er Jahren in Morgenröthe-Rautenkranz auf und beobachtet gern Greifvögel. "Ich konnte schon immer gut zeichnen und habe die Vogel-Bilder an Klassenkameraden verkauft. Damals fing ich an, Zeitungsartikel über Greifvögel zu sammeln - die habe ich heute noch."
Nach der Schule lernt Herrmann Forstwirt in Morgenröthe, macht Jagd- und Falknerschein. Knieprobleme zwingen ihn nach eigenem Bekunden zum Berufswechsel: "Ich habe in der Reifenbranche gearbeitet und als Finanzdienstleister. In München war ich im Account-Management tätig: Ich habe dafür gesorgt, dass jeder zu einem bekannten Versandhaus verlinkt wird, der bei Google ,blaue Jeans‘ eingibt."
Es folgt eine Ausbildung zum Forstmaschinenführer, Herrmann sammelt Erfahrungen in einer privaten Falknerei in Wunsiedel, verdient Geld im Patienten-Fahrdienst und als Kurierfahrer. 2008 lockt ihn die Liebe nach Plauen. Und seit 2010 lockt seine Falknerei mehr und mehr Besucher nach Plauen, mittlerweile sind es nach Herrmanns Angaben einige Zehntausend.

Kalenderblatt 24

Was hat Hans-Peter nach Plauen gelockt? Wer das weiß, kann eine Eule der Drechslerei Kuhnert aus Rothenkirchen gewinnen; dIesmal handelt es sich um einen Eulenbaum. Bitte senden Sie eine Postkarte an:
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Das Lösungswort vom Kalenderblatt Nummer XXX lautet:
Gewonnen hat XXX aus XXX und kann die Gewinner-Eule in der Redaktion abholen.