Jugendarbeit in Markneukirchen gezielter fördern

Die Planungen für den Markneukirchner Haushalt für 2015 sind in vollem Gange. Das Jugendfreizeitzentrum könnte den Streichungen zum Opfer fallen.

Markneukirchen - Der Bedarf für das Jugendzentrum der Stadt sei nicht mehr da, fand Bürgermeister Andreas Jacob (CDU) in der Ausschusssitzung am Montag. Laut letzter Statistik würden ein bis sechs Kinder am Tag dort hingehen. Viel zu wenig, fanden auch die anderen Ausschussmitglieder, beispielsweise Walter Voigt (CDU): "Das sind rund 20 Kinder in der Woche, wenn ich sehe, was die Vereine für einen Zulauf haben, und das auch am Wochenende, schüttele ich den Kopf." Vor allem, weil das Jugendfreizeitzentrum die Stadt im Jahr 33.700 Euro kostet. "Zusätzlich sind es ja rund 60.000 Euro vom Landkreis, die diese fünf Kinder pro Jahr bekommen", ergänzte der Bürgermeister.

Und Sigrid Schmidt (CDU) listete auf: Die Markneukirchner Fußballer betreuten rund 100 Kinder, die Wernitzgrüner 80 und die Erlbacher wöchentlich rund 60. Deshalb gab der Verwaltungsausschuss im Rahmen der Haushaltsplanungen 2015 eine einstimmige Empfehlung an den nächsten Stadtrat: Die Schließung des Jugendzentrums zum 1. April diesen Jahres. Rund 13.000 Euro würden dann nach Bürgermeister Jacob noch für Kündigungsfrist und bestehender Miete fällig. Von den gesparten 20.000 Euro entschlossen die Mitglieder eine Stadtratsempfehlung, nach der 8.000 Euro die Vereine der Stadt bekommen sollen, die Nachwuchsarbeit leisten. "Das betrifft viele, beispielsweise auch die Schachspieler", gab Jacob zu bedenken.

Und Voigt ergänzte: "Das müsste man noch absprechen, ob der Zuschuss nach Kinderzahl erfolgt, oder welcher Verein wie viel Nachwuchsarbeit leistet." Fast 20 Sportvereine hat die Stadt Markneukirchen. Darunter auch die Fußballer des BC Erlbach, die mit Geldnöten kämpfen, wie der dortige Schatzmeister Rolf Thomä in der Dezember-Stadtratssitzung anmerkte:

"Rund 5.000 Euro brauchen wir im Jahr für den Erhalt unserer zwei Plätze, 2014 haben wir keinen Zuschuss bekommen. Und die Vereinsräume sind in einem unzumutbaren Zustand". Katrin Mädler