Jüdischer Glaube und Humanismus

Einhundert Jahre Bauhaus nahm eine Plauener Bürgerinitiative zum Anlass, an die einstige Synagoge in der Stadt zu erinnern.

Von Gabi Kertscher

Plauen In den Räumen der Adventgemeinde fand am Dienstag eine Festveranstaltung unter dem Thema "Schönheit - Verlust - Inspiration" statt. Über die Schönheit und den Bau der Synagoge in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts verlasen Liane Kümmerl und Helmar Stöß Texte von der Eröffnungsfeier am 6. April 1930. Sie ließen den damaligen Gemeindevorsteher Dr. Isidor Goldberg zu Wort kommen. Die Gäste der Veranstaltung erfuhren von den Planungen und Bauarbeiten aus den Beschreibungen von Architekt Fritz Landauer. Liane Kümmerl verlas eine Grußbotschaft von Dr. Judith Reifen Ronen. Darin spricht sie in drei Punkten über die Bedeutung des Bauhaus Synagogen-Gebäudes. Es soll eine Verbindung des jüdischen Glaubens, der Kultur, der Wissenschaft und der humanistische Toleranz unter den Menschen fördern. Die Synagoge zeigte, dass sich die Plauener jüdische Gemeinde in den 20er Jahren hier sicher fühlte. Weiterhin schreibt sie, dass den Plauener Juden bewusst war, dass sie für die Stadt einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung als moderne Stadt im Vogtland geschaffen haben.
Die Verbindung in die heutige Zeit wurde durch die Eröffnung einer Ausstellung mit Werken junger Künstler zwischen neun und 17 Jahren deutlich. In den Gebetsräumen der Adventsgemeinde sind Bilder der AG "Bildende Kunst" zu sehen. Die einzelnen Beiträge wurden durch Musikstücke bereichert. Jens Bühring und Philipp Wiechert spielten jüdische und deutsche Lieder. Vor dem Gemeindehaus wurde eine Video-Dokumentation an eine Hauswand projiziert, die von der Universität Darmstadt angefertigt wurde. Sie zeigte die Synagoge, wie sie einst an dieser Stelle gestanden hat. Die Außenansichten und auch die Innenräume wurden nachgestaltet und für die Nachwelt archiviert. Gleichzeitig wurde an mehrere im Bauhaus-Stil errichtete Plauener Gebäude erinnert.