Jubiläum im Walfisch

Im Gasthof "Zum Walfisch" in Zwota gab es am 1. August, ein Jubiläum der besonderen Art. Dort arbeitet Sandra Meisinger als Kellnerin.

Von Helmut Schlangstedt

Zwota -  Auf den Tag genau seit 25 Jahren arbeitet Sandra Meisinger als Kellnerin im Gasthof "Zum Walfisch" in Zwota. Das will heutzutage in der Gastronomie nicht nur etwas heißen, damit ist sie auch die dienstälteste Mitarbeiterin im "Walfisch".
Angefangen hat alles nach Sandras Schulzeit, die sie 1993 mit ihrem Abitur abschloss. Sie wünschte sich einen Job, in dem sie viel mit Menschen zu tun hat. Dabei hatte sie den Beruf der Zahnarzthelferin im Blick, doch leider war in der Umgebung, aus der sie auch nicht fort wollte, nichts in Aussicht. Und um nicht zu Hause rumzugammeln, besuchte sie zunächst die Wirtschaftsschule in Rodewisch. Die war dann aber überhaupt nicht nach ihrem Geschmack, weshalb sie nach einem halben Jahr das Handtuch warf. Nach einigen Monaten zu Hause, wo ihr die Decke auf den Kopf fiel, fragte sie einfach mal so im "Walfisch" nach. Na klar könne sie anfangen, und so ging es also am 1. August 1994 los. Ihrer Mutter gefiel das damals übrigens gar nicht. Aber Senior-Walfischwirt Alfons Goram "Alf" ist noch heute begeistert von seinem damaligen Lehrling: "Mit der Sandra konnte man wenigstens etwas anfangen, die ist noch in der DDR zur Schule gegangen. Später hatten wir Lehrlinge, die keine zwei Bier zusammenrechnen konnten". Das kann sogar Sandra bestätigen, die anmerkt, dass sie eine Nachteule ist und am liebsten in der Spätschicht arbeitet. Das hätte sich so schon in der Lehre ergeben, in der sie zunächst nur früh, dann in beiden Schichten und irgendwann nur noch spät arbeitete - zur Freude der Mitarbeiterinnen mit Kindern. 
Außerdem, so Sandra, sei es in der Spätschicht viel gemütlicher und ruhiger, und man hätte auch Zeit, ein wenig mit den Gästen zu plaudern. Ruhig ist natürlich relativ, denn wenn im Saal die Luft brennt, wie etwa beim Abend der Harmonika mit Jürgen Just, läuft sie förmlich zur Hochform auf und verliert auch im größten Chaos nie den Überblick. Da macht's richtig Spaß und das sei dann eben der ganz normale Wahnsinn, nichts besonderes, lacht sie dabei, denn Langeweile mag sie überhaupt nicht.
Und so können sich "Alfs" Kinder René und Peggy, die den "Walfisch" seit einigen Jahren bewirtschaften, genau wir ihr Vater hundertprozentig auf ihre Sandra verlassen, die schon wieder in den Biergarten eilt, um dort ihre Gäste zu bedienen.