Jordan hat den Bogen raus

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Von Gabi Kertscher

Rodersdorf Eigentlich ist er Krankenpfleger, aber sein Hobby fasziniert nicht nur seine Familie. Matthias Jordans Schwibbögen erstrahlen in vielen Häusern vom Norden bis in den Süden des Landes. Der 60-jährige Rodersdorfer baut sie in den verschiedensten Größen und fast immer nach Vorlagen seiner Kunden. Er schneidet die Silhouetten der Häuser, Türme oder Burgen mit der Laubsäge aus. "Ich benutze keine Maschinen, es ist alles Handarbeit", erzählt er. Vor zehn Jahren hat alles angefangen. Seine beiden Söhne zogen weg, der eine an die Nordsee, der andere nach Bayern. Sie sollten zumindest in der Weihnachtszeit etwas Typisches aus ihrer Heimat in den Wohnstuben haben. Also begann Matthias Jordan mit der Gestaltung eines Schwibbogens. Man sieht die Kirche von Rodersdorf und einige andere bekannte Dinge. Vor allem die beiden rodelnden Knaben im Vordergrund fallen auf. "Das sind meine Kinder", erklärt er.
Inzwischen erstrahlen deren Fenster im neuen Zuhause mit verschiedenen Schwibbogenmotiven. Auch aus den jetzigen Wohnorten sei einer dabei, erzählt er. In Jordans Haus steht an jedem Fenster ein Bogen und keiner gleicht dem anderen. Man findet Darstellungen vom Neundorfer Wasserturm, von Göltzschtal- und Elstertalbrücke, von Kirchen, Burgsteingebiet oder Ruine Liebau. Die Liste der möglichen Motive ist so lang wie die der historischen und modernen Bauten im Vogtland. Ein Blickfang ist der Vogtland-Schwibbogen: Klingenthaler Schanze, Göltzschtalbrücke, Plauener Rathaus und ein Musikinstrument vereinen alle Regionen unter den zehn elektrischen Kerzen des Bogens. "Ich bin kein Elektriker und verwende fertige Schwibbögen." Jordan erklärt weiter, dass er alles entfernt, nur die Beleuchtung bleibt bestehen. Dann setzt er sein Motiv ein. Nur auf diese Art und Weise kann er volle Sicherheit garantieren. Seit drei Jahren hat er ein Kleinstgewerbe angemeldet und fertigt das ganze Jahr über die Weihnachtsdekoration. Seine Frau sei begeistert, schließlich hat er seine Werkstatt im Erdgeschoß des großen Hauses und der Staub vom Sägen und Schleifen bleibe da.
Matthias Jordan freut sich schon auf das Weihnachtsfest. Wenige Tage zuvor feiert er seinen 60. Geburtstag und alle Kinder und Enkel reisen an. Heiligabend gehen sie in die Kirche und es wird traditionell einen Braten geben. Für die Zukunft wünscht er sich Gesundheit und vielleicht, dass die kaputte Erde wieder in Ordnung kommt. Der Christ Matthias Jordan ist davon überzeugt, dass Gott schon sehr bald dafür sorgen wird, dass alles wieder "ins Lot" kommt. "Lang kann es nicht mehr dauern, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht" und das wird er auch bald wieder machen. Spätestens, wenn es draußen wärmer wird, werden Christiane und Matthias Jordan wieder auf Achse sein und mit Wohnwagen und E-Bike zwischen Nordseestrand und Bergen die schönsten Plätze genießen.

Kalenderblatt 8

Wen stellen die rodelnden Knaben auf Matthias Jordans Schwibbogen dar?
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