Jocketaer Fernwärmeversorgung vor Privatisierung

Mit der Privatisierung entfallen Kosten und Aufwand für die Gemeindeverwaltung Pöhl. Derzeit wird der Eigenbetrieb von Jens Anstadt, dem Geschäftsführer der Syrauer Wohnungsbaugesellschaft verwaltet. An das Fernwärmenetz sind insgesamt 16 Abnehmer angeschlossen. Dazu gehören rund 200 Wohnungen mit verschiedenen Besitzern sowie öffentliche Einrichtungen, wie Schulen und Kindergarten.

Zu Diskussionen kam es während der letzten Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Gasthaus Edelweiß in Möschwitz. Die von der Gemeinde vorgelegte Ausschreibung, nach der sich interessierte Betreiber bewerben können, wurde kritisiert. Bewerber sollen eine Rentabilitätsrechnung vorweisen - neben einem Wertgutachten, einem langfristigen Konzept und die Nutzung der Mittelschule.

Die Rentabilitätsrechnung stieß bei Gemeinderat Holger Röhn (Verein zum Pöhl-Erhalt) auf Kritik. "Wenn laut dem Vertrag kein Gewinn erwirtschaftet werden darf, wie soll dann eine Rentabilitätsrechnung erstellt werden?"

Die Räte waren sich einig, den Begriff "Rentabilitätsrechnung" in "Wirtschaftsvorschau" abzuändern. Werner Kirst (SPD) bemerkte: "Anbieter brauchen ein sinnvolles Konzept. Es muss aussagen, ob er überhaupt in der Lage ist, die Anlage zu betreiben." Angesichts der steigenden Ölpreise wird überlegt, die Anlage mit einer Holzhackschnitzelheizung zu erweitern.

Bürgermeister Friedhard Kaul begründete den Gedanken mit der Verantwortung gegenüber den Nutzern. Es müsse aber noch geprüft werden, ob sich eine solche Investition rentiere.