Jennys Mutter kommt in die Psychiatrie

Die psychisch kranke Plauenerin Steffi K. hat im Wahn ihr neunjährige Tochter Jenny umgebracht. Jetzt hat das Zwickauer Landgericht ein Urteil gesprochen. Die Frage bleibt, ob die Tat zu verhindern war.

Plauen/Zwickau - Steffi K. wird auf Anordnung des Zwickauer Landgerichts in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die 49-Jährige sei in akuten Phasen ihrer Krankheit für andere Menschen gefährlich, sagte der Vorsitzende Richter Klaus Hartmann am Montag bei der Urteilsverkündung. Infolge ihres Zustandes wären von ihr auch künftig rechtswidrige Taten zu erwarten. Die Frau litt demnach an einer akuten Psychose, als sie das Kind Anfang April mit 65 Stichen einer Schere in Brust, Hals und Kopf tötete, ihm zuvor ein Kissen aufs Gesicht drückte und es mit einem Bademantelgürtel am Hals würgte. Sie sei deshalb schuldunfähig. Das Gericht entsprach mit dem Urteil den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus hängt laut Richter vom Erfolg der Therapie ab.

"Es stellt sich die Frage, war das zu verhindern?", sagte Hartmann mit Blick auf die Vorgeschichte des Verbrechens. Der Kindsvater sei als Kraftfahrer nur an den Wochenenden zu Hause gewesen. Wegen der gedrückten Stimmung am Vorabend sei er seinerzeit sogar schon eher als nötig zur Arbeit gegangen. Allerdings seien die Ereignisse nicht zu erwarten gewesen. Die psychischen Probleme der Frau waren laut Richter bekannt. Als sie im September 2012 schon einmal auffällig grob zu ihrer Tochter gewesen war, hatte sie sich einer zweiwöchigen Behandlung im Krankenhaus unterzogen. Danach hatten ihr die Ärzte Einsicht attestiert. Sie habe sich von der Gewalt gegen das Kind distanziert. Die Eltern willigten ein, die Tochter zeitweilig in ein Heim zu geben.

Als es vor allem auf Drängen des Vaters Ende Februar wieder nach Hause kam, wollte das Jugendamt den Eltern das Sorgerecht entziehen lassen. Doch das Jugendgericht in Plauen machten dessen Mitarbeitern klar, dass ein solcher Antrag schon angesichts der günstigen ärztlichen Beurteilung wohl keine Erfolgsaussichten haben würde. Da hätten die staatliche Fürsorgepflicht und die Elternrechte gegeneinander gestanden, sagte Richter Hartmann. "Nachher ist man immer klüger." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Seit der Tat ist Steffi K. im Maßregelvollzug Altscherbitz bei Leipzig untergebracht. va