Jehmlich-Orgel "entstaubt"

Wenn am Pfingstsonntag die Orgel in der Plauener Erlöserkirche erklingt, werden die Gemeindeglieder der Evangelisch-Methodistischen Kirche und ihre Gäste ein ganz besonderes Klangerlebnis genießen können.

Von Gabi Kertscher

Plauen - Wenn am Pfingstsonntag die Orgel in der Plauener Erlöserkirche erklingt, werden die Gemeindeglieder der Evangelisch-Methodistischen Kirche und ihre Gäste ein ganz besonderes Klangerlebnis genießen können. Am 9. Juni wird die Jehmlich-Orgel aus dem Jahr 1954, nach einem halben Jahr Ruhe und frisch saniert, von Katrin Nürnberger gespielt. An diesem Tag begeht die Gemeinde gleichzeitig den 65. Jahrestag der Kirch- und Orgelweihe. So ein großes Instrument müsse mindestens nach 25 Jahren gesäubert werden, informierte Orgelbauer Andreas Kulitza. Das sei das letzte Mal 1994 geschehen. Er und der Objektverantwortliche Thomas Braun sowie Mitarbeiter Steffen Hartmann wurden von der Herstellerfirma Jehmlich Orgelbau Dresden für einige Wochen nach Plauen geschickt. 
Sie haben das Instrument in alle Einzelteile zerlegt. Die vier Blasebälge wurden nach Dresden geschickt und aufgearbeitet. Das Grundübel bei solchen Orgeln sei der Staub. Thomas Braun erklärte, dass die Plauener Orgel etwas ganz Besonderes darstelle. Das Orgelspiel ist in zwei Teile aufgeteilt, wobei sich das Hauptwerk auf der rechten Seite der Kirche befindet. Je länger die Orgel in Betrieb ist, umso mehr Fehler stellen sich ein. Katrin Nürnberger kennt die Probleme: "Ohne die Sanierung hätte sich die Orgel nach und nach selbst stillgelegt." Immer mehr elektrische Kontakte oder Luftwege wären kaputt gegangen und hätten irgendwann zur Unbespielbarkeit des Instrumentes geführt. Dank ihres Könnens haben die Besucher der Gottesdienste kaum die Probleme gehört. Die Orgel hat immerhin über 2000 Pfeifen. Die größte misst fünf Meter und die kleinste unter den Orgelpfeifen gerade zwei Zentimeter. Etwa ein Drittel der Pfeifen sind aus Holz gearbeitet, der Rest besteht aus Metall. Damit sie nach der Sanierung auch wieder den richtigen Ton treffen, wird im Mai Intonateur Andreas Schulz der gesamten Orgel den richtigen Klang geben. Erst dann wird sich Katrin Nürnberger wieder an den Spieltisch setzen und aus den Pfeifenreihen die verschiedenen Tonhöhen und Klangfarben hervorzaubern.
Die Sanierung der 65 Jahre alten Orgel wird rund 100 000 Euro kosten. "Wir sind dankbar für die Förderungen durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stiftung der Sparkasse Vogtland", so Pastor Norbert Lötzsch. Weiterhin fließen Mittel aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm der Bundesregierung und durch das Landesamt für Denkmalspflege Sachsen. Einen großen Teil haben auch die Gemeindeglieder der Erlöserkirche gespendet.