Jeder kann eine politische Kraft sein

"Omas gegen Rechts" ist eine zivilgesellschaftliche, überparteiliche Initiative, die aktuell im Vogtland eine Regionalgruppe gegründet hat.

Von Stephanie Rössel

Plauen -  Vor über drei Jahren formte sich auf Facebook "Omas gegen Rechts". Das Ziel war, sich in den politischen Diskurs einzumischen. Die Initiative macht Missstände öffentlich und organisiert politischen Widerstand. Natürlich sind auch Opas und andere Gleichgesinnte eingeladen mitzumachen.
Eingesetzt werden soll sich gemeinsam für eine demokratische, rechtsstaatliche, gerechte und freie Gesellschaft. Bedrohlichen Entwicklungen wie Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Faschismus sollen erkannt und benannt werden. Dazu gehöre auch der politische Widerstand.
Uta Schumann aus Erfurt lebte zehn Jahre im Vogtland. Sie ist Akteurin in vielen Bereichen. Findet es wichtig sich zu engagieren. Durch einen Zufall kam sie 2019 zu der Vereinigung. "Aber wie das bei intelligenten Menschen so ist, wo man an einem Strang zieht, gibt es auch mal Streit. In Erfurt habe ich mich deshalb ein wenig zurück gezogen, weil ich eindimensionale Denkweisen nicht mag. Jedoch sollte ich als "freischwebende Oma-Ost" aktiv bleiben", sagt die 66-Jährige.
In Plauen entstand nun die Idee, eine Regionalgruppe zu gründen. Mona Aslani nahm Kontakt mit Uta Schumann auf. Sie wurde sofort aktiv und sagte Unterstützung zu. Schnell kam in Plauen Infomaterial an. Logos und alles was wichtig war. "Wir treffen uns jeden ersten Montag im Monat um 18 Uhr im Colorido-Treff am Dittrichplatz in Plauen", sagt Aslani. Man hoffe auf gute Resonanz. Im Vordergrund sollen die Treffen stehen, aber auch öffentliche Aktionen sind geplant. Vor der Bundestagswahl möchte man auf dem Postplatz beispielsweise noch mal auf rechte Parteien aufmerksam machen.
Ältere Menschen haben oft das Gefühl, dass sie als politische Kraft nicht wahrgenommen werden. Dennoch soll es möglich sein, nicht zuletzt im Blick auf die eigenen Kinder und Enkel sich für Demokratie einzusetzen.
"Wir haben keine kleinen Kinder mehr, wir müssen nicht mehr hart in Jobs arbeiten, wir haben mehr Zeit, uns politisch zu engagieren und gerade jetzt scheint es notwendig zu sein, einen Beitrag zu leisten. Es geht hier auch um Ermutigung, Vernetzung und Sichtbar-Machen. Alt sein, heißt nicht stumm sein", wirbt die Initiative selbst.
Zu den Treffen in Plauen ist jeder willkommen. Das Engagement soll überparteilich, aber parteiisch sein.