Interesse an Ort und Stille

Der Besucheransturm im Vipassana-Meditationszentrum in Triebel zum Tag der offenen Tür zeigte: Die Kurse erfreuen sich großer Beliebtheit, bei denen jeder zahlt, was er möchte.

Von Katrin Mädler

Triebel - Ein zehntägiger Meditationskurs, dazu Verpflegung und Übernachtung auf dem Gelände oberhalb von Triebel: Und das alles, ohne festen Preis? Ja, bestätigte Gerald Fischer von der Vipassana-Vereinigung, die auf der Anhöhe mit Blick über das Vogtland ihren Deutschland-Sitz hat, beim Tag der offenen Tür. "Jeder gibt, was er kann und möchte. Die Meditation bringt uns Menschen großen Nutzen, das kann man mit Geld allein nicht bezahlen", erklärte er am Sonntag. 
Pro Jahr finden nach ihren Angaben hier bis zu 24 Kurse statt, an denen jeweils rund 115 Interessierte teilnehmen können. Aber die Anmeldungen zeigen, wie beliebt der Aufenthalt wirklich ist: Bis zu
400 Menschen bewerben sich pro Kurs. "Bisher waren die innerhalb von sechs Minuten ausgebucht. Im Vorteil waren die Leute, die sich mit Online-Anmeldungen gut auskennen. Deshalb haben wir uns jetzt für ein Los-System entschieden, dadurch haben alle mehr Zeit", erläuterte Fischer die aktuelle Änderung, die ab diesen Monat gilt. 
Den ganzen Sonntag über fanden Rundgänge statt, bei denen sich hunderte Besucher über die Vipassana-Meditation informierten. Diese gehe auf den Lehrer Satya Narayan Goenka zurück, der das erste Vipassana-Zentrum 1976 in Indien gründete, erklärte Monika Fischer, die wie alle Mitarbeiter hier ehrenamtlich tätig ist: "Es ist eine gute Technik, um inneren Frieden zu finden und negative Emotionen abzubauen." 
An neun von zehn Tagen schweigen die Teilnehmer und tauchen in ihre inneren Empfindungen ab. 
"Denn keine andere Person kann mir helfen, mit Problemen besser umzugehen - nur ich selbst", ergänzte Monika Fischer. 
Die Verpflegung und Betreuung während des Kurses übernehmen rund 25 ehrenamtliche Helfer der Vereinigung, die sich über Spenden finanziert. Eine Helferin ist Anke Wollenweber, die vor einigen Jahren selbst einen Kurs besucht hat. 
Sie erklärte: "Jeder kann selbst erfahren, wie effektiv die Vipassana-Kurse sind. Niemand soll hier religiös bekehrt werden, alle Teilnehmer lernen einfach eine gute Meditationstechnik ohne religiöse oder philosophische Ausrichtung." 
Überhaupt sei die Methode sehr pragmatisch, vernunft-orientiert und fördere die Eigenverantwortlichkeit. Sie ziele darauf ab, negative Verhaltensmuster schrittweise abzubauen.