"Intensive Fan-Arbeit lohnt sich"

Plauen - "Im letzten Jahr gab es in den sächsischen Fußball-Arenen keine Randale, alle Spiele sind ohne nennenswerte Vorkommnisse durchgeführt worden. Das sieht in anderen Ländern ganz anders aus. Dies ist deutlicher Beweis für eine Verbesserung der Arbeit zwischen Vereinen, den Sicherheitskräften und den Kommunen. Nicht zuletzt hat sich eine intensivere Arbeit mit den Fans positiv ausgewirkt. Ruhe bei Fußballspielen, bedeutet aber nicht Ruhe bei Hooligans", stellte Klaus Reichenbach, Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes, auf dem am Dienstagabend im Plauener DORMERO-Hotel am Theater durchgeführten Podiumsgespräch zum Thema "Geld schießt keine Tore - Fußball im Osten, eine Bestandsaufnahme mit Ausblick", erleichtert an den Anfang seiner Ausführungen.

Der Einladung des von der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Unterstützung des VFC Plauen e. V. organisierten Podiumsgesprächs waren 55 interessierte Sportanhänger gefolgt. Rolf Schwanitz, Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, begrüßte alle Anwesenden und stellte das Podium mit Klaus Reichenbach (Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes), Jörg Sachse (Geschäftsführer Sternquell-Brauerei Plauen), Bernd Stubenrauch (Aufsichtsratsvorsitzender VFC Plauen) und den Moderator Gottfried Indlekofer (Sportredakteur beim Vogtland-Anzeiger) vor. Dr. Hans-Georg Moldenhauer (Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes) musste kurzfristig absagen, da er sich einer Operation unterziehen musste. Zur Einstimmung auf eine rege Diskussion gab Gottfried Indlekofer danach einen kurzen Überblick über die Entwicklung des ostdeutschen Fußballs seit 1990, die Entwicklung des VFC Plauen nach der Wende, sprach aktuelle Probleme der Vereine an und ging auf Randale innerhalb und außerhalb der Fußballstadien ein, sowie auf die Gefährdung durch Rechtsextremismus bei Sportveranstaltungen.

Genügend Themen für eine rege Diskussion waren angerissen. Ein erster Schwerpunkt dabei war die wirtschaftliche und finanzielle Situation in den Vereinen. Dabei wurde vor allem über die Verteilung der TV-Zuwendungen ab der kommenden Saison 2009/10 für die Regionalligisten diskutiert. Einen gebührenden Raum nahm in der Diskussionsrunde die jährliche Arbeit bei der Erstellung der Lizenzunterlagen ein, wo anhand der Insolvenz vom FC Sachsen Leipzig die korrekte Prüfung der eingereichten Unterlagen in Frage gestellt wurde. Einig waren sich die Podiumsteilnehmer und Sportanhänger in der Frage, dass der Sport eine Vorbildwirkung haben muss und das Gewalt und Rassismus in Sportstätten nichts zu suchen haben. Schließlich haben die Verantwortlichen von Sportveranstaltungen dafür Sorge zu tragen, dass ein Opa mit seinem Enkel sich ein Fußballspiel in aller Ruhe ansehen kann und nicht durch Randalierer verletzt wird. Nach zwei Stunden intensiver Diskussion wurde die Gesprächsrunde beendet und alle Teilnehmer sprachen von einer gelungenen Veranstaltung. G. I.