Ins Arbeitsamt zieht die Awo ein

55 Verwaltungsmitarbeiter des aus den Arbeiterwohlfahrten Auerbach und Plauen gegründeten Awo-Kreisverbandes Vogtland haben jetzt ihren Arbeitsplatz an der Göltzschtalstraße 46 in Auerbach. Mit 700 Beschäftigten gehört der Awo-Kreisverband neben der Diakonie zu den größten Wohlfahrtsverbänden im Vogtland.

Von Cornelia Henze

Auerbach/Plauen -  Der Geruch von frisch gestrichenen Wänden und verlegtem Fußboden liegt noch in der Luft. Das Foyer präsentiert sich in diesen Tagen noch möbelfrei, die Wände der Gänge ziert kein Bild. Statt Zimmerpflanzen türmen sich Umzugskartons in Aufgängen und Foyers. Reinigungskräfte wuseln sich durch drei Etagen, in denen früher Berater der Arbeitsagentur ihre Büros hatten. Das 1990 von einer Investorengruppe gebaute Haus hat die Awo im vorigen Jahr gekauft und nun für eine Million Euro umgebaut.
Nach der Fusion erfolgte mit dem Zusammenziehen der beiden Verwaltungsstandorte Auerbach und Plauen nun der zweite Schritt des gemeinsamen Auftritts. Das heißt auch, dass es künftig in Plauen, abgesehen von einer kleinen Nebenstelle, keine Verwaltung mehr gibt. "Für unsere Verwaltung im Heim Panoramablick in Auerbach wurde es zu eng. An unserem neun Sitz könen wir aber noch wachsen", sagt Katrin Schmidt, neben Michael Hummel eine der beiden Awo-Vorstände. Kurze Wege bietet die Awo denjenigen, die die Schuldnerberatungsstelle aufsuchen möchten. Sie ist gleich im Erdgeschoss. Obendrüber zieht die Personalabteilung ein, auch die Fachleute für Ernährung, Hygiene und Datenschutz sind dort. Für die Mitarbeiter gibt es eine Caféteria. Im zweiten Stock walten Buchhaltung und Kasse, ganz oben sitzt die Leitung, die Ende Oktober von der Mitgliederversammlung vom Verbands- auf das Präsidial-Modell umgestellt wurde. Statt Geschäftsführern wird der Verband von zwei Vorständen und einem gewählten Präsidium geführt.
Ganz neu: Zwei Räume gehören dem neuen Ausbildungszentrum, einer Art verbandseigenen Pflegeschule, in der die 75 Awo-Azubis das in Theorie und Praxis erlernte Wissen in zusätzlich angeboteten Kursen vertiefen können. Ausbildung werde groß geschrieben, der Nachwuchs sichere schließlich den laufenden Pflegebetrieb, so die Antwort von Katrin Schmidt auf den im Land grassierenden Fachkräftenotstand in der Pflege.
Seit etwa zwei Jahren bildet die Awo junge Vietnamesen zu Pflegefachkräften aus. Die ersten drei jungen Frauen lernen mittlerweile im zweiten Lehrjahr. "Die Vietnamesinnen sind sehr fleißig und ehrgeizig. Wir hoffen, dass sich ein Teil integriert und bei uns bleibt", so Schmidt. Am 1. Dezember reisen die nächsten Pflegekraft-Anwärter aus Vietnam an. Auch Azubis und Pflegekräfte aus Griechenland, Tschechien und Weißrussland sind bei der Awo unter Vertrag. Demnächst soll ein Projekt mit jungen Italienern beginnen.
Mit den frei gewordenen zwei Etagen für die Verwaltung im Panoramablick an der Auerbacher Eisenbahnstraße wird Platz für Wohngruppen, in denen jüngere Menschen betreut werden. Auch am Plauener Verwaltungsstandort in der Seniorenanlage "Am Wartberg" entsteht Raum für die Pflege.