Initiative Plauen überdenkt Stadtfeste

Dass die Qualität der Stadtfeste auch bei den Stadträten der CDU-Fraktion augenscheinlich als sehr wichtig erachtet wird, registriert erfreut die Initiative Plauen.

"Wir begrüßen es sehr, dass die Stadträte erfahren möchten, welche Steine man uns als ehrenamtliche Organisatoren der Stadtfeste aus dem Weg räumen könnte, um die Qualität weiter zu steigern", hofft der Vorsitzende des Vereins, Steffen Krebs auf eine sachliche Diskussion nach der parlamentarischen Sommerpause.

Man freue sich, dass jedes Mal tausende Vogtländer, Oberfranken, Westsachsen und Ostthüringer den "Plauener Frühling" und den "Plauener Herbst" als traditionelle Innenstadtfeste zu einem Besuch der Spitzenstadt nutzen.

"Das sind aus unserer Sicht unumstößliche Werbeträger für Plauen - ganz im Sinne eines ganzheitlichen Stadtmarketings", so Initiative Plauen-Stadtrat Rico Kusche. Nach seiner Auffassung wäre es besonders wichtig, dass die Stadtverwaltung diese belebenden Aktivitäten, die größtenteils im Ehrenamt organisiert werden, in besonderer Weise unterstützt.

"Derzeit finanzieren wir alle unsere Feste ausschließlich aus Sponsoren- und Standgeldern. Ungefähr ein Viertel aller unserer Einnahmen fließen jedoch umgehend in städtische und kreisliche Finanztöpfe - man denke nur an Genehmigungen, Sondernutzung, Marktfestsetzung, Straßenbeschilderung und vor allem Abfallbeseitigung", bilanziert Initiative Plauen-Schatzmeisterin Renate Wünsche. Hier könne man durchaus erwarten, dass die Stadt eine Entlastung ermögliche.

Wichtig ist es nach Ansicht der Initiative Plauen aber auch, die Feste kontinuierlich weiter zu entwickeln. Das gelte sowohl für die Bühnenprogramme, wie auch für alle sichtbaren Facetten der Feste. Hierzu haben die Vorstände ins Auge gefasst, den Fokus beispielsweise beim "Plauener Frühling" verstärkt auf die Themen Sport und Gesundheit zu legen. Zum "Plauener Herbst" wolle man künftig noch stärker das Thema Mode vertiefen.

"Um dies erfolgreich umzusetzen, muss die Händlerschaft in Plauen jedoch mitziehen", fordert Pressesprecher Ingo Eckardt ein. Dazu gehöre es auch, darüber nachzudenken, zumindest wieder zu einem Stadtfest einen verkaufsoffenen Sonntag als reine Werbemaßnahme für den Standort Plauen zu vereinbaren.

"Dabei darf es nicht um den schnellen Euro gehen. Stadtfeste sind keine Termine für kurzfristiges Geschäft. Wer nur an den Umsatz am verkaufsoffenen Sonntag selbst denkt, muss sich fragen lassen, ob er sich hier nicht zu sehr mit dem Zeitgeist verheiratet. Wer das tut, ist schneller verwitwet als er glaubt", findet der Pressesprecher ein drastisches Bild.

Die Stadtfeste müssten den Handel der Stadt als vielfältig, freundlich, serviceorientiert und offen präsentieren, um nachhaltige Geschäfte für den Standort Plauen zu generieren. Auf Basis dieser grundlegenden Gedanken sollte man die Diskussion um die Zukunft und Struktur künftiger Stadtfeste führen - mit allen relevanten Akteuren und nicht über ihre Köpfe hinweg, so Vereinsvorsitzender Krebs. va