Indianer bekommen in Reichenbach neues Zuhause

Es klang fast international. Neben echtem Vogtländisch war am Samstag auch gehäuft Englisch und Tschechisch zu hören. Der Arbeitskreis "Indianer Heute e.V." lud zum "Tag der Offenen Tür" in sein neues Domizil am Schönbacher Marksteig in Reichenbach ein. Und das Interesse war sehr groß - viele Besucher nahmen auch eine lange Anfahrt in Kauf.

Das ehemalige Domizil des Vereins befand sich an der Dr.-Külz-Straße und musste aber wegen Abrissarbeiten der alten Industriegebäude aufgegeben werden. Vereinsvorsitzender Bernd Damisch führt durch das vielseitig konzipierte Gebäude. Der Besucher gelangt durch den Eingang zuerst in den Versammlungs- und Veranstaltungsraum, der auch für private Feiern gemietet werden kann. Ebenso offen für alle Literatur-Interessierten ist die kleine Bibliothek. "Dazu können wir auch fachliche Beratung anbieten", so Damisch.

Doch auch für das leibliche Wohl ist gesorgt - eine Küche befindet sich gleich nebenan. Im ersten Stock hat das Vereinsbüro seinen Platz und oben unterm Dach gibt es Bad und einen Schlafraum für Übernachtungsgäste. "Leute, die bei uns Vorträge halten, aber auch Indianer und Ureinwohner, die bei uns zu Gast sind, haben oft eine lange Reise hinter sich. Da ist es schön, gleich vor Ort übernachten zu können." Testen als erster Gast konnte die Logis der Musiker und Schriftsteller Mitch Walking Elk, der am Samstag ein Konzert gab.

Wichtig sind für Bernd Damisch und seine Mitstreiter die exakten Informationen und eigenen Erfahrungen aus erster Hand. "Wir wollen dem weit verbreiteten üblichen Klischee des Indianers Sachlichkeit und Aufklärung entgegensetzen. Das Thema ist vielschichtig und es gibt natürlich auch Probleme innerhalb der Ureinwohner."

Rund 30 Millionen Ureinwohner leben heute auf der Welt und seit den 70er Jahren sind sie immer mehr politisch aktiv. Erfolge konnten sie schon erreichen. So wurden im Jahre 2007 in der Uno bestimmte Rechte und Gesetzmäßigkeiten fest formuliert und anerkannt. So ist bei Verletzungen der Rechte eine Klage des Betroffenen möglich. An Veranstaltungsthemen herrscht bei Bernd Damisch kein Mangel.

"Wir planen Buchlesungen, Vorträge, Konzerte,Diskussionsrunden." Der Verein geht in Schulen auf Vortrag und stößt dort auf großes Interesse. Und wie steht der Vogtländer Bernd Damisch zum Winnetou-Erfinder Karl May? "Bei aller Kritik - er hat das Thema Indianer als Erster öffentlich gemacht."