Inder berichtet über mafiöse Verhältnisse in Plauener Asylbewerberheim

Das Asylbewerberheim an der Kasernenstraße in Plauen kommt nicht zur Ruhe. Erst jüngst hatte der Fall eines Bewohners aus dem Irak für Aufsehen gesorgt, gegen den am Landgericht Zwickau wegen einer Vergewaltigung verhandelt wurde. Der Mann war zuvor bereits wegen sexueller Übergriffe gegen eine chinesische Mitbewohnerin auffällig geworden.

In Plauen stehen nun seit dieser Woche drei Asylbewerber aus Indien wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht. Den Männern im Alter von 38 und 28 Jahren wird vorgeworfen, einen anderen Mann aus Indien schwer misshandelt und durch Schläge mit einer Eisenstange verletzt zu haben. Zwei der Beschuldigten leben ebenfalls im Heim. Der jüngste Angeklagte wohnt mit seiner Ehefrau in einer eigenen Wohnung und arbeitet in einer Pizzeria.

Am Abend des 6. Juli 2011 soll einer der Beschuldigten auf das Opfer derart brutal eingeschlagen haben, dass dieses massive Verletzungen davontrug. Die beiden anderen Angeklagten hatten ihren Landsmann festgehalten und an einer Flucht gehindert, so der Vorwurf der Anklage. Der Mann erlitt eine Jochbein- und eine Unterkieferfraktur, eine Stichverletzung und eine Schädigung im Genitalbereich. Er musste für 13 Tage stationär im Klinikum aufgenommen werden. Während der Hauptangeklagte zu den Tatvorwürfen schwieg, wiesen die beiden vermeintlichen Mittäter jegliche Schuld von sich.

Der Geschädigte war bereits im Vorfeld der Hauptverhandlung von einem persönlichen Erscheinen vor Gericht vorläufig entbunden worden. Er hatte sich der Staatsanwaltschaft und dem Gericht anvertraut und mitgeteilt, dass er von seinen Landsleuten bedroht wird. "Er befürchtet, dass ihn etwas Schlimmes erwartet, wenn er hier vor Gericht aussagt", erklärte Richter Manfred Schmitt. Diesbezüglich machte Staatsanwalt Oliver Grubert deutlich, dass die Anklagebehörde in dieser Hinsicht keinen Spaß verstehe.

"Wenn Sie den Geschädigten bedrohen, dann gibt es Ärger. Dann kann es sehr leicht passieren, dass Sie sich wegen Verdunklungsgefahr in der Untersuchungshaft in Zwickau wiederfinden", so der Richter in Richtung der Angeklagten. Er sagte aber auch, dass an einer Vernehmung des Geschädigten kein Weg vorbeiführt: "Er muss sich diesem Verfahren stellen. Wir kommen keinen Millimeter weiter, wenn er nicht aussagt." Es gäbe durchaus Möglichkeiten, ihn als Zeugen zu schützen und seine vermeintlichen Peiniger in die Schranken zu weisen.

Der Geschädigte hatte bereits im Vorfeld geäußert, er fühle sich bedroht und fürchte um sein Leben. Er lebe bereits seit zwölf Jahren in Deutschland. In anderen Heimen habe er nie Probleme gehabt. "Aber diese Leute sind wie die Mafia. Sie setzen mich unter Druck, treten gegen meine Tür und verlangen Geld von mir", so der Geschädigte. Nach einer reichlichen Stunde wurde die Verhandlung unterbrochen und ein Fortsetzungstermin für den 26. Juni, 15.30 Uhr, angesetzt.