Immer mehr Vogtländer von Internet-Abzocke betroffen

Das es im Internet nicht nur gute Seiten gibt, wissen auch immer mehr Vogtländer, die ungewollt in versteckte Kostenfallen geklickt haben. Die Zahl der Fälle zwischen Reichenbach, Oelsnitz und Plauen steigt seit Jahren, so die vogtländischen Verbraucherschützer. Allein in Auerbach haben die Experten in den vergangenen Jahren bereits fast 1000 Betroffene beraten.

Wer die Geschäftsbedingungen der dubiosen Angebote nicht akribisch studiert, der hat schnell Rechnungen und Briefe von Inkasso-Unternehmen im Briefkasten. In der Beratungsstelle in Plauen vergeht ebenso kein Tag, an dem nicht zahlreiche Opfer sich Hilfe von den Verbraucherschützern erhoffen, sagt Leiterin Magdolna König: "Es ist hier bei uns die Hölle los, sie können es sich nicht vorstellen. Wir haben mehrere Ordner voll mit bekannten Fällen. Der Betrug im Internet ist gang und gäbe. Es gibt unzählige Seiten und Firmen inzwischen."

Vor allem Minderjährige sind oft von der sogenannten Internet-Abzocke betroffen. Ein aktuelles Beispiel ist die Familie Sucker aus Plauen. Die 14-Jährige Tochter Désirée soll das Angebot der einschlägig bekannten Seite opendownload.de genutzt haben, verschiedene Programme herunterzuladen. Bevor es zum download geht, ist eine Anmeldung erforderlich, in der nicht sofort zu erkennen ist, dass dabei ein kostenpflichtiges Abo abgeschlossen wird. Nach diesem Schema gehen fast alle Betreiber der dubiosen Seiten vor. "Désirée hat auf dem Portal kein Programm heruntergeladen und die Seite kannte sie vorher auch nicht", so Mutter Madlen Sucker. Die Familie soll für den angeblichen Download nun fast 140 Euro zahlen, fordert ein Rechtsanwalt aus Osnabrück in einem Mahnschreiben.

Unterstützung bekommen die Betroffenen nun erstmals auch von gerichtlicher Seite. Das Amtsgericht in Karlsruhe hat eine Rechtsanwältin verurteilt, die im Auftrag dreister Internetanbieter Mahnbescheide verschickte und dafür bereits bekannt war und ist. Sie soll nun an eine Frau Schadensersatz zahlen. Das Gericht sah das Vorgehen der Rechtsanwältin als "Beihilfe zum versuchten Betrug", teilt die Verbraucherzentrale in Auerbach mit. Bevor Betroffene die Rechnungen zahlen, um die Anschuldigungen scheinbar schnell wieder aus der Welt zu schaffen, raten Verbraucherschützer vorher die Unterlagen genauestens zu prüfen. Alle bekannten Verbraucherzentralen beraten dazu und haben zu den häufigsten Fällen vorgefertigte Musterschreiben zum Antworten parat.