Immer der Weißen Elster nach

Woher sind Sie denn? Diese Frage stellt der Vogtland- Anzeiger in loser Folge in den Ferien Besuchern der Spitzenstadt, die Plauen besichtigen oder einfach nur auf der Durchreise sind - Interessantes ist immer zu erfahren. Wie bei den zwei jungen Leuten mit ihren großen Rucksäcken.

Plauen - Ihr Anblick lässt Passanten Respekt zollen: eine junge Frau, ein junger Mann - beide mit je einem Rucksack, in dem schier ein ganzer Haushalt passen könnte. Franziska Hüttner und Thomas Knauf machten Sonntagnachmittag Halt in Plauen - am Altmarkt legten sie eine Verschnaufpause ein, im Cafe Müller deckten sie sich mit Backwaren ein, die junge Frau gönnte sich ein Eis.

Später beschloss das Wanderpaar, doch noch in eine der Plauener Kneipen "einzukehren", denn das Tagesziel, "zwischen Plauen und Pöhl das Nachtlager aufzuschlagen" war ja fast schon erreicht. Beide stammen aus Gera und sind gerade auf einer achttägigen Tour zu Fuß und mit ordentlich Gepäck auf dem Rücken.

"Wir unternehmen eine Tour in Sachen Heimatkunde", so Franziska und Thomas. Professionell ausgerüstet, Kleidung, Nachtlagerutensilien, Hängematten, Kocher, Proviant, Nahrung mit viel Vitaminen und Energie - alles "am Mann". Anlass ihres Fußmarsches war die Frage, wo der Fluss ihrer Heimatstadt Gera, die Weiße Elster, entspringe.

Um das zu erfahren, schmiedeten die Ostthüringer den Plan, sich zur Quelle aufzumachen und dem Lauf des Wassers bis in ihre Stadt Gera als Wanderer zu folgen und dabei nah in der Natur, am Wasser, auch bei sich selbst zu sein und Erlebnisse und Eindrücke von Land und Leuten zu sammeln. "Acht Tage haben wir eingeplant bis zurück nach Gera, drei Tage sind geschafft", erzählt Thomas beim Stopp in Plauen.

Trotz schwerem Gepäcks vermitteln sie einen entspannten Eindruck. Die Quelle der Weißen Elster in Tschechien bei Asch, einen Kilometer nahe der Grenze sahen sie sich mit Interesse an. Vielleicht wussten sie auch schon, dass der Name "Elster" nicht von dem Vogel abstammt, sondern im Altdeutschen so viel wie "fließen" bedeutet.

Jedenfalls begann der Geraer Wanderung durch herrliche Wälder, die Elster schlängelte sich elegant durch die Kurorte Bad Brambach und Bad Elster und die Elsteraue sah so weit und schön aus.

"Wir haben unsere Entdeckungstour auch damit verbunden, uns den Vogtland-Panoramaweg zu erschließen, mal sehen, was wir noch für Ausblicke und Entdeckungen machen", sagte das Duo, bevor es weiterging gen Pöhl, das Nachtlager aufzuschlagen. Wenn Franziska Hüttner und Thomas Knauf wieder daheim in Gera sind, werden sie sicher noch oft sagen: "Ja, unsere Weiße Elster, die durch unser Gera fließt, nun wissen wir, wo sie entspringt."