Im Vogtland auf der Suche nach radioaktivem Gas

Eine Radon-Messstelle, anerkannt vom Bundesamt für Strahlenschutz, ist seit heute im Vogtland aktiv. Robert Georgi hat mit seiner Umweltmanufaktur als einziger zwischen Selb und Dresden die Zulassung dafür.

Weischlitz/PlauenRadon ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Aus dem Erdboden gelangt es ins Freie und damit auch in Gebäude. Während es sich draußen schnell mit der Luft vermischt und damit die Konzentration geringer wird, kann es in Innenräumen zu hoher Radonkonzentration kommen. Jedoch ist das weder zu sehen, zu riechen noch zu schmecken. Atmet man es ein, zerfällt es in der Lunge und setzt schädliche Alphastrahlung frei. Damit steigt das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Sachsen hat als Bergbaugebiet ein erhöhtes Vorkommen im Boden. Ein Großteil des Vogtlandes ist deshalb als Radon-Vorsorgegebiet eingeordnet.
Seit dem 1. Januar 2021 müssen in diesen Gebieten an allen Arbeitsplätzen und Aufenthaltsräumen im Keller und im Erdgeschoss Radonmessungen verpflichtend durchgeführt werden. Das Gas dringt über Risse, Spalten, undichte Fugen sowie Kabel - und Rohrkanäle ins Fundament ein und verteilt sich so. Wird der Referenzwert von 300 Becquerel je Kubikmeter überschritten, müssen lüftungstechnische oder bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Konzentration dauerhaft zu senken. Um diese Werte konkret feststellen zu können, ist die Messung über ein Jahr lang notwendig.
Robert Georgi hat sich mit seiner Firma Umweltmanufaktur selbstständig gemacht und auf die Messung und Bewertung von Radon spezialisiert. Er betreibt eine vom Bundesamt für Strahlenschutz zertifizierte Messstelle. Als Diplom-Geologe und angehender TÜV-Sachverständiger für Radon hat der Weischlitzer Erfahrung im In- und Ausland gesammelt und hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Radonsanierung von Gebäuden beschäftigt.
"Ich unterstütze Bauherren, Architekten und Hausbesitzer bei der Planung von Radonschutzmaßnahmen im Neubau sowie bei Altbausanierungen", erklärt der 36-Jährige.
Mit einem Messgerät kann er sich direkt vor Ort einen Eindruck über die Konzentration verschaffen. Diese Kurzzeitmessungen können dabei helfen, schnell und kostengünstige Maßnahmen einzuleiten um die mögliche Belastung zu reduzieren. Unter Umständen kann es aber auch zu zwingenden baulichen Veränderungen führen.
Neben der Spezialisierung auf Radon, berät Georgi auch deutschlandweit Bauherren und Architekten bei der Schadstoff- und Altlastensanierung von Gebäuden und Grundstücken.
www.umwelt-manufaktur.de