Im ruhigen Fahrwasser

Der ZWAV investiert in diesem Jahr rund 23 Millionen Euro - in Wasserleitungen, Abwasseranlagen, Technik. "Wir bewegen uns damit im Durchschnitt der letzten Jahre", sagt Geschäftsführer Henning Scharch. In Mehltheuer passiert allerdings Unerwartetes.

Plauen - Der Zweckverband Wasser und Abwasser "Vogtland" hat eine Übersicht der 2019er Investitionen ab 100 000 Euro erarbeitet. Sie umfasst 20 Kommunen - von Auerbach bis Werda. Einige Beispiele beim Trinkwasser? 390 000 Euro für neue Rohre in Garten- und Mendelsohnstraße in Klingenthal, 260 000 Euro für Leitungsrückbau in der Auerbacher Kaiserstraße, 250 000 Euro für neue Rohre in der Brüder- und Wenzelstraße in Falkenstein.
Im Bereich Abwasser wird laut Plan noch mehr investiert: Als größte Beispiele seien der Bau einer maschinellen Schlammentwässerung in den Kläranlagen Oelsnitz (770 000 Euro) und Rodewisch (600 000 Euro) genannt. Noch größer ist der Umfang in der Gemeinde Rosenbach, wo Rodau eine Kläranlage samt Ortsnetz für 1,17 Millionen Euro erhält und die Kläranlage Mehltheuer (800 000 Euro) fertig gestellt werden soll.
Soll. Denn in Mehltheuer hat das Verwaltungsgericht den Bau der Kläranlage gestoppt. Ein Anwohner klagt gegen das Landratsamt, das den Bau genehmigt hat. Scharch: "Wir hoffen, dass bald eine Entscheidung fällt."
Laut Scharch hat es einen gerichtlich verfügten Baustopp beim ZWAV in den fast 30 Jahren seit der Wende nicht gegeben. "Jetzt ist es passiert, wo wir in Mehltheuer und Rodau die letzten Neuerschließungen des Vogtlandes realisieren." Künftig gebe es in der Region dagegen eine große Zahl an Auswechslungen.
Das im Vogtland verbrauchte Trinkwasser stammt zu 60 Prozent aus Talsperren. "Das kaufen wir vom Zweckverband Fernwasser Sachsen", erklärt Scharch. "Deshalb ertüchtigen wir dieses Jahr auch einen Teil der Leitung nach Carlsfeld, über die wir Wasser von der dortigen Talsperre bekommen." Die anderen 40 Prozent des Trinkwassers kommen nach Scharchs Angaben von 44 eigenen Wasserwerken, die das kostbare Nass von Wassereinzugsgebieten im gesamten Vogtland sammeln und aufbereiten." Der Zweckverband Wasser und Abwasser "Vogtland" versorgt die rund 230 000 Einwohner des Vogtlandkreises mit Trinkwasser und ist für große Teile des Gebietes zuständig, wenn es um die Entsorgung des Abwassers geht. "Nur Neumark gehört abwasserseitig zu Zwickau und Reichenbach, Mylau, Netzschkau und Limbach bilden einen eigenen Abwasserverband", erklärt Scharch im Gespräch mit dem Vogtland-Anzeiger.