Im Plauener Theater reifen Blütenträume

Feierlichkeiten anlässlich 30 Jahre Friedliche Revolution in Plauen gab es in den letzten Tagen verschiedene. Auch das Theater Plauen-Zwickau steuerte einen ganz spezifischen Beitrag bei - unter dem schlichten Titel "Apfeltraum"

Von Stephanie Rössel-Conradi

 Plauen Generalintendant Roland May brachte am Montagabend das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau unter der Leitung von Generalmusikdirektor Leo Siberski zusammen mit der Band "Apfeltraum", die unter dem Motto "Cäsars Söhne spielen Cäsars Songs" auftritt, auf die Bühne. Im Publikum auch einige Besucher, die die Musiker bereits Anfang des Jahres im Malzhaus gesehen hatten. Viele andere lockten einfach die Lieder von Renft und Karussell.
Zur Band gehören Robert und Moritz Gläser, zwei Söhne von Ostrocker Peter Gläser. 16 Titel umfasste die eigentliche Liste, die gespielt werden sollte. Durch mehrere Zugaben wurden es dann doch mehr.
May wählte die Band ganz bewusst, denn Renft hatte damals durch systemkritische Texte zeitweilig Auftrittsverbot und wurde 1975 sogar zwangsaufgelöst. Zwei Bandmitglieder wurden inhaftiert und ausgewiesen, andere gingen freiwillig. Es gab neue Bandgründungen und Revivals, viele Songs sind geblieben und reihen sich in die nach wie vor beliebte Ostrockhitliste ein.
Einen Teil der Songs begleitete das Orchester. Extra arrangiert wurden Titel wie "Zwischen Liebe und Zorn" oder "Als ich wie ein Vogel war".
Robert Gläser sang mit Orchesterbegleitung den Karussell-Hit "Gelber Mond". Ein Mädchenlied wie er sagt, das er schmettert wie bisher keiner, wenn man sich mal die ursprünglichen Versionen anhört. Ob er es selbst so bezeichnet weil Frauen dahin schmelzen wenn er es singt, oder ob es sich auf den Text bezieht, ließ er offen. Das Publikum sang fleißig mit, nicht anders beim "Gänselieschen". Es gab Blues, es gab Rock, eine Prise Reggea und sogar Rap. Das Philharmonische Orchester trug den "Ausflug" gern mit und hatte auch zwei Soloparts. Leo Siberski machte sich im Vorfeld Gedanken, welche Stücke zum Abend und zum Anlass passen. Er entschied sich für Kurt Weils Suite aus der Oper "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagony" und Ausschnitte aus Paul Dessaus Sinfonie Nr.2.
Geprobt wurde seit Freitag. Vier Tage waren die Musiker in Plauen. Das Ergebnis war wirklich hörenswert. Die Stimmung war locker, das Publikum gut aufgelegt - da störten weder kleine Technikprobleme nach der Pause noch ein vermeintlicher Feueralarm, der letztlich aus der Handtasche einer Besucherin kam und Roland May und Leo Siberski schnell wieder lächeln ließen.
In dieser Kombination war das sicher ein einmaliges Erlebnis, allerdings stattet "Apfeltraum" Plauen am 25. Dezember erneut einen Besuch auf der Malzhausbühne ab.