Im Inneren der Friedensbrücke

Plauen - Lange warten mussten Besucher gestern an der Plauener Friedensbrücke. Bereits eine halbe Stunde vor Öffnung versammelte sich eine Menschentraube am Fuße Europas größter Einbogenbrücke.

 

 In kleinen Gruppen von zwölf Personen konnte sich ein Eindruck vom Inneren der Brücke verschafft werden. Thomas Weber und Carsten Jeske vom Straßenbauamt erzählten dazu interessante Details und standen den neugierigen Besuchern Rede und Antwort.

Von 1903 bis 1905 wurde die Brücke von der Firma Liebold aus Langenbach gebaut. Durch den Kontakt mit einer Enkelin des Bauunternehmers, war in der Vergangenheit sogar ein Blick in die alten Unterlagen möglich, die noch existieren. Stein auf Stein wurde damals gesetzt und alles mit Beton übergossen. Dadurch entstand die auch heute noch unregelmäßige Struktur. Im Krieg traf eine Bombe direkt den Bogen. Experten waren sich lange im Unklaren, ob Erhalt oder Abriss folgen sollten. Es wurde sich dann doch zum Flicken des Schadens entschlossen.

Ein Problem von Anfang an war die Scheitelsenkung. Im Laufe der Jahre sind das mittlerweile gute 54 Meter Veränderung. Deshalb kam es zur kompletten Sperrung für Kettenfahrzeuge und Straßenbahn. Dazu kamen immer wieder Wasserschäden. 2001 bis 2004 erfolgte eine grundlegende Sanierung der Friedensbrücke. Durch eine Bauwerksentwässerung sind die tragenden Bauteile in sich nun trocken.

Ein Messgerät kontrolliert auf einer Brückenseite stetig den Zustand und die Veränderungen. ,,Hier laufen alle Messungen zusammen. Feuchtigkeit, Haarrisse und alles andere wird immer im Auge behalten", so Jeske.

Nicht nur Plauener zeigten großes Interesse an der Besichtigung und schauten sich in den Spanndrillräumen im Inneren um. Der besondere Eindruck und die historische Wertigkeit ließen das steile Gerüst zum Erklimmen des Eingang und die niedrigen Steinwände im Inneren schnell vergessen.