Im Amtsgericht in Plauen wird gewerkelt

2018 sollen die ersten Studenten der Studienakademie Plauen auf dem neuen Campus unterrichtet werden. In dem ehemaligen Amtsgerichtsgebäude auf dem Schlossberg wird dafür kräftig gewerkelt.

Plauen - Dort, wo einst über Schuld oder Unschuld befunden wurde, werden in wenigen Jahren die Köpfe der Studenten der Studienakademie Plauen rauchen. Deshalb wird zurzeit das Alte Amtsgericht zum Lehrgebäude für den neuen Campus umgebaut.

"Die Abdichtungsarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen, die Kabel für Strom, Telefon und IT-Technik verlegt. In zwei Etagen sind auch schon die Rohbauarbeiten erledigt, in den anderen Bereichen sind sie derzeit im Gange", schildert auf Nachfrage unserer Zeitung Andrea Krieger, Sprecherin des Sächsisches Immobilien und Baumanagement in Dresden.

Der Staatsbetrieb hält die Fäden für den Umbau des Amtsgerichtes im Auftrag des Land Sachsen, dem die Immobilie gehört, in den Händen. In diesen Tagen würden auf den Etagen der Estrich verlegt, bevor im März die Innenputzarbeiten beginnen sollen. Mit nachfolgende Ausbauleistungen seien bereits weitere Firmen beauftragt oder werden gerade per Ausschreibung gesucht.

Die Gebäudestruktur des Alten Amtsgerichts soll in großen Teilen erhalten werden. Nur die notwendige Anpassungen an die Anforderungen eines Ausbildungs- und Schulbetriebes soll erfolgen, damit die Räume funktional und modern ausgestaltet sind. In den Bauhauptgewerken sind nach Aussage von Andrea Krieger momentan zehn Firmen aus Sachsen und Thüringen und Sachsen-Anhalt beschäftigt.

Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für Sommer nächsten Jahres geplant. Zu Beginn des Wintersemesters 2018 soll nach erfolgtem Umzug von der Melanchthonstraße, wo jetzt die jungen Frauen und Männer unterrichtet werden, der Start auf dem neuen Campus erfolgen. Was kostet der Umbau des Amtsgerichts?

"Für den Bauabschnitt Lehrgebäude, also die Sanierung Altes Amtsgericht stehen rund 10,6 Millionen Euro zur Verfügung", sagt Andrea Krieger.. Parallel zu den Innenarbeiten am alten Amtsgerichtgebäude gehen auch die Arbeiten an den Außenanlagen voran. In den vergangenen zwei Jahren wurde das ehemalige Gefängnis abgerissen und das Grundstück von den Archäologen gründlich unter die Lupe genommen.

Dabei wurden auch einige Schätzlein ans Tageslicht gebracht, die einmal in einer kleinen Ausstellung im Komturhof zu sehen sein werden. Auch die Sicherung und Sanierung der Inneren Stützmauer ist laut Staatsbetrieb bis auf kleine Restarbeiten abgeschlossen. Ebenso ist demnach das ehemalige Portal des Plauener Schlosses zurückgebaut worden und liegt jetzt sicher in einem Depot.

Im dritten Bauabschnitt auf dem Gelände des einstigen Schlosses soll ein Multifunktionsgebäude von Mensa bis Bibliothek entstehen. Dazu würden alte Schlossteile saniert und eine Neubau angefügt. Nach Aussage von Andrea Krieger sind dazu die detaillierten Planungen im Gange. Der Baubeginn sei für das erste Quartal 2018 geplant.

Mit einer Fertigstellung werde Ende 2019 gerechnet. Was wird aus dem Gebäude der Studienakademie in der Melanchthonstraße? "Das Gebäude gehört der Stadt Plauen. Dazu liegen mir keine Informationen vor", so Andrea Krieger abschließend.