Ideen sprudeln beim Brunnenfest

Viele hunderte Besucher wandelten zum 104. Brunnenfest durch Bad Elster: Schon als Kinder am Freitag den gebastelten Schiffchen auf der Weißen Elster nachjagten, war man mittendrin im Fest-Trubel.

Bad Elster - 101 kleine Styropor-Boote hatten die Grundschüler der Stadt bei ihrem Tag der offenen Tür gebastelt, in drei Durchgängen trieben sie das Flüsschen hinunter, angefeuert von Eltern und Kindern. Das Rennen machte das kleine Wassergefährt von Moritz Hübscher, der dieses danach gar nicht mehr wiederfand, so schnell war es unterwegs. "Es ist leider abgetrieben", meinte er und machte ein Geheimnis aus seinem Schiffsbau. "Meine Tricks verrate ich nicht." Auf dem zweiten Platz lag Samuel Schiller und dahinter lag Amaya Müller.

Der Samstagmorgen begann für die Lindenprinzessin Jeanette Breitsprecher aus Reuth und die Elsteraner Brunnenkönigin Rebecca Renz üppig: Zusammen mit Bürgermeister Christoph Flämig (Freie Wähler) und Christoph Mann vom Landschaftspflegeverband Oberes Vogtland trafen sie sich zum Eröffnungsrundgang über dem Natur- und Ökomarkt. Das hieß: Viel kosten. Käse, Wein, Fisch, Kuchen, Schnaps, Wurst. "Hätte ich das Frühstück nur ausfallen lassen", lachte die Brunnenkönigin.

57 Händler kamen zu dem Markt, den der Landschaftspflegeverband zusammen mit der Stadt zum zwölften Mal organisierte. Ähnlich trubelig ging es das ganze Wochenende auf dem Badeplatz zu, mit vielen Ständen und Spielen für die Kinder. Vor dem Musikpavillon konnten die Besucher verschnaufen und den verschiedensten Klängen lauschen, darunter der Kapelle Junges Egerland oder der Sängerin Jana Sammer.

In der KunstWandelhalle ging es um das Thema "Feuerwehr". Am 12. Oktober 1884 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Bad Elster aus "53 pflichtbewussten Männern", wie es in den Akten heißt. Im Rahmen des Brunnenfestes feierten die 48 heutigen Angehörigen (mit den Ortsteilen 108 Kameraden) ihr 130-jähriges Bestehen. Dazu eröffneten sie in der KunstWandelhalle eine Schau, die sich den Anfängen bis heute widmet. Feuerwehrkamerad Hasso Ficker sichtete zusammen mit dem ehrenamtlichen Arbeitskreis 3 von Bad Elster Dokumente, Briefe und Bilder. Daraus ist eine schöne Ausstellung entstanden.

"Das hat zwei Jahre gedauert, wir bekamen die Unterlagen aus Archiven, älteren Kameraden und Bürgern der Stadt", meinte Ficker. Dank gab es dafür von vielen Angehörigen der Feuerwehr und Wehrleiter Uwe Liebold. "Wir haben gerade unsere Väter auf alten Bildern entdeckt", freuten sich beispielsweise Erich Müller und Winfried Schaufuß. Für Letzteren ging eine ereignisreiche Woche zu Ende: Vor ein paar Tagen bekam er die Goldene Elster für sein ehrenamtliches Engagement.

Am Samstagnachmittag zeigten die Kameraden das Löschen mit einer Handdruckspritze von 1876. Sie gehört im Gerätehaus zu den ältesten Schätzen. In historischer Kleidung bekämpften sie die Flammen eines lichterloh brennenden Papphäuschens vor der KunstWandelhalle. Dort ist die Ausstellung zur Geschichte der Elsteraner Feuerwehr bis Ende der Woche zu sehen, dann zieht sie den Sommer über ins Rathaus weiter.