Ideen, so viele wie Tonarten

Dass das Vogtland musikalisch ist und auch gute Musiker hier leben, hat Christian Wenzel bereits vor langer Zeit entdeckt. Mit dem Junitonfestival in Syrau und der Unplugged Veranstaltung im Parktheater bringt er das als Mitorganisator auch dem Publikum nahe.

Von Stephanie Rössel

Plauen Der Liedermacher gehört zu jenen, die mit und für die Musik leben. Vor fast 20 Jahren startete er sein "Red Face Projekt" und verbreitete als DJ Musik aus der Konserve. Das war ihm irgendwann nicht mehr genug. Er nahm Gitarrenunterricht und absolvierte nach und nach mehr Liveauftritte. "Man hat die Menschen viel mehr erreicht mit selbst gemachter Musik."


Geprägt haben ihn namhafte Bands wie die Toten Hosen, Juli, die Sportfreunde Stiller. Sein Herz schlägt jedoch ungebrochen für Linkin Park.
Er selbst wurde vor ein paar Jahren zum Plauener "Spitzentalent" gekürt. Die Idee von der Ausrichtung "eigener" Festivals trug er da schon länger in sich. Die erste Gelegenheit ergab sich bei einem Spitzenfest, bei dem die Plauener Basketballer musikalisch etwas am Theaterplatz auf die Beine stellen wollten. "So entstanden also die ersten beiden kleinen Festivals, die ich organisierte", so Wenzel.


Als er für sein 15-jähriges Red Face Projekt nach einer Location suchte, erfüllte er sich selbst einen Kindheitstraum. "Die Freilichtbühne am Syrauer Höhlenpark hatte ich immer im Kopf. Als Kind war ich oft hier und irgendwie hatte ich eine totale Verbindung dazu, obwohl am Anfang die Zahl der Skeptiker groß war, denn der Zahn der Zeit nagte am Gelände", erinnert er sich.


In Zusammenarbeit mit dem Dorfclub Syrau erwuchs daraus dann das "Juniton Festival" das mittlerweile fester Bestandteil des musikalischen Kalenders ist. Über die Jahre habe man den Bogen von regionalen Newcomern bis hin zu bekannteren Namen gespannt. Dabei habe er auch selbst an Erfahrung gewonnen, was beispielsweise das Aushandeln von Verträgen betrifft.


In diesem Jahr stand man dann vor einer ganz neuen Herausforderung, denn die Alternative zur Absage des Festivals war die Liveübertragung im sozialen Netzwerk. Auch das geriet zum vollen Erfolg.
Ähnlich spontan galt es dann Musiker für eine der ersten "richtigen" Veranstaltungen nach dem Lockdown zusammenzutrommeln. Das Team der Festhalle hatte die Idee eines Open Air Konzerts im Parktheater und stützte sich dabei auf Wenzel als musikalisches Organisationstalent. Drei Wochen Zeit blieben, um die sieben Musik-Acts auf die Bühne zu bringen. Namen, die man in der Region bestens kennt. Das "Unplugged Festival" wurde ein toller Erfolg und der Wunsch, das Konzept zu erhalten, blieb ebenfalls.