"Ich liebe das einfache Leben"

Laudatorin Ute Gallert sprach von einer Künstlerin, die ihr Handwerk von der Pike auf gelernt habe, als sie Gudrun Thiemer während der Ausstellungseröffnung in Bad Elste vorstellte.

Bad Elster Die sympathische Erzgebirgerin zeigt einen Teil ihrer Werke. Sie lernte die Töpferei in Kohren-Sahlis und studierte bis 1976 auf der Kunsthochschule auf Burg Giebichenstein bei Halle. Seit 1978 fertigt sie in ihrer eigenen Werkstatt Kunstwerke für das Auge, aber auch für den täglichen Bedarf.
Die Projektverantwortliche und Laudatorin Gallert sprach von einem hohen ästhetischen Anspruch der Werke. Bereits Michelangelo und Picasso haben mit ihren tönernen Werken die Entwicklung vom Handwerk zu einer eigenständigen Kunstform gezeigt.
Gudrun Thiemer stellt Keramiken in den verschiedensten Techniken her. Ihre gezeigten Schalen-Sets wurden speziell für eine Ausstellung auf Schloss Wildenfels gefertigt und den dortigen Tapeten angepasst. Kerzenständer, in Plattenfertigung hergestellt, sind ein echter Blickfang. Becher, Tassen und komplette Gedecke mit Schmetterlingsmuster können bewundert und teilweise erworben werden.
Eine Besonderheit sind sechs Fliesen, die mit speziellen Oxyden bemalt wurden und Gesichter der griechischen Mythologie zeigen. Ebenfalls an die Geschichten aus dem antiken Griechenland angelehnt, zeigt eines ihrer Bilder die Geschichte des Gottes Phaeton. Das Aquarell reiht sich ein in eine Vielzahl von Landschaftsbildern. Die Künstlerin hat eine ganz eigene Art der Malerei entwickelt. Sie trägt die Farben auf ein spezielles Papier auf. Durch die langsame Trocknung verlaufen diese und ergeben eine ganz besondere Darstellung von Landschaften und Portraits. Sie selbst bezeichnete sich als experimentierfreudig, sie liebe ihre Arbeit. "Ich sitze manchmal Stunden in meiner Werkstatt, da merke ich gar nicht, wie die Zeit vergeht", erzählte die 70-jährige Neuwürschnitzerin. In ihrer bescheidenen und ruhigen Art erzählte sie weiter, dass sie keine großen Autos brauche. "Ich liebe das einfache Leben auf unserem ehemaligen Bauernhof." Hier hat sie ihre Werkstatt und verkauft die Kunstwerke.
Die Vernissage wurde mit Musikstücken von Michael Meikel Müller aus Oberzwota umrahmt. Es waren klassische und Stücke aus "Meikels" Feder zu hören. "Es ist für mich eine große Freude und Ehre, für Frau Thriemer zu spielen", ließ der Leiter des Musiktheater "SpielArt" wissen. Die Ausstellung im Königlichen Kurhaus Bad Elster ist bis zum 6. September von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 17 Uhr zu sehen.