Ich bin der Meinung, dass...

… leider die Pessimisten und nicht die Optimisten recht behalten. Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat uns voll erwischt. Es ist bitter mit anzusehen, wie die Buden für die Weihnachtsmärkte, die in den vergangenen Wochen aufgebaut wurden, jetzt wieder zerlegt und weggepackt werden. In Sachsen gilt seit Montag eine Corona-Notfallverordnung mit strengeren Regeln. Wegen hoher Infektionszahlen werden Freizeiteinrichtungen, Bars und Clubs geschlossen. Da die Sieben-Tages-Inzidenz im Vogtlandkreis mittlerweile bei 1050 liegt, gilt für Ungeimpfte eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Im Freistaat Sachsen liegt die Wocheninzidenz bei 961. Weite Teile des öffentlichen Lebens sind fortan eingeschränkt. Mit Ausnahme von Bibliotheken schließen alle Kultureinrichtungen, Ausstellungen und Konzerte finden nicht mehr statt. Alle Feste sind abgesagt. Gaststätten dürfen nur mit der 2G-Regel öffnen und dann auch nur bis 20 Uhr. Touristische Reisen sind untersagt.

Die Menschen fragen sich, wie es soweit kommen konnte. Hat die Politik versagt, weil sie erst viel zu spät gegengesteuert hat? Ja sie hat versagt! Trotz massiver Warnungen von Medizinern und anderen Wissenschaftlern bereits vor Monaten vor einem dramatischen Infektionsgeschehen mit extrem hohen Inzidenzen und einer Überlastung der Kliniken mit vielen Toten, hat die Politik nur sehr halbherzig reagiert. Insbesondere wurde zu wenig dafür getan, die Impfquote zu steigern.

Stattdessen wurden die Impfzentren geschlossen, auch in Sachsen, und die "epidemische Lage von nationaler Tragweite" wurde für beendet erklärt. Das war psychologisch gesehen ein schwerer Fehler und führte zur Verwirrung der Leute. Ein neues und verschärftes Infektionsschutzgesetz wurde auf Wunsch der künftigen Ampelkoalition von Bundestag und Bundesrat beschlossen, kam aber bei den Menschen gar nicht richtig an. Es ist absurd, dass mehrere Politiker, darunter auch Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) trotz extrem hoher Inzidenzen für eine Aufhebung der epidemischen Notlage warben. Sie sind für die vielen Toten mitverantwortlich, die in den nächsten Wochen zu beklagen sein werden. Um die prekäre Lage überhaupt irgendwann in den Griff zu bekommen, geht es jetzt vor allem ums Impfen. Die Impfzentren, die vor Monaten auch auf Drängen der Hausärzte geschlossen wurden, fehlen jetzt. Auch in Plauen gibt es bislang kaum öffentliche Impfangebote, weder für Booster-Impfungen noch für Erstimpfungen. Das muss sich umgehend ändern. Stadt- und Kreisverwaltung müssen handeln! Wilfried Hub