Ich bin der Meinung, dass...

… sich die Politik ganz gehörig in der Bredouille befindet. Einerseits wird empfohlen, große Veranstaltungen wie Konzerte, Tagungen, Weihnachtsmärkte abzusagen, andererseits ist kein Geld mehr da, die Überbrückungshilfen aus dem vergangenen Jahr wieder aufzulegen. Die wenigen Mittel in der Staatskasse werden gerade von der Ampelregierung verbraten, um die Wahlversprechen einzulösen. Nachhaltiger Klimaschutz ist eben sehr teuer. Da die Corona-Zahlen jeden Tag steigen, werden immer mehr Adventsmärkte und Weihnachtsfeiern abgesagt. Der Weihnachtsmarkt in Plauen soll stattfinden, allerdings nur mit 400 Besuchern. Aber jeden Tag kann die endgültige Absage kommen. Für die Branche drohen erneut harte Zeiten. Die Veranstaltungswirtschaft ist alarmiert, bei den Schaustellern geht die Existenzangst um. Für sie sind die Weihnachtsmärkte jetzt die wichtigste Einnahmequelle, bevor nach den Wintermonaten die Kirmessaison wieder beginnt. Vom "Todesstoß" für die Branche ist die Rede.
Dabei haben wir eine ganz andere Lage als noch vor einem Jahr. Die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts und aus einigen Bundesländern, Veranstaltungen zu stornieren, ist schwer nachvollziehbar. Viele Menschen sind mittlerweile geimpft und die Branche ist zu fast jedem Kompromiss bereit. "Wir können uns notfalls auch darauf einstellen, von unseren Besuchern die Vorlage eines aktuellen negativen Schnelltests zu verlangen, also 2G plus anzuwenden", teilte Jens Michow, der Präsident der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft dieser Tage mit. Auch die Weihnachtsfeiern von Betrieben und Vereinen, die üblicherweise in Gaststätten stattfinden, fallen aus. Die "Wirtschaftsweise" Monika Schnitzer rät Firmen zur Absage von großen Weihnachtsfeiern. Die halte sie in der aktuellen Situation nicht für angebracht. Sie kann sich allenfalls kleine Feiern mit 2G-plus-Regel vorstellen. Virtuelle Weihnachtsfeiern, wie im vergangenen Jahr von vielen Firmen genutzt, können keine Alternative sein. Ob Weihnachten mit virtueller Geselligkeit für den Zusammenhalt und die Stimmung des Teams so förderlich ist, wie ein echtes Weihnachtsfest, bleibt zweifelhaft.
Derweil heizen die hohen Infektionszahlen die Diskussion über eine Impfpflicht in bestimmten Bereichen weiter an - auch bei den möglichen künftigen Regierungspartnern SPD, Grüne und FDP. Nachdem Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt erst verkündet hatte, man habe sich auf eine partielle Impflicht geeinigt und kurz darauf wieder zurückruderte, wird weiter diskutiert. Wilfried Hub