Ich bin der Meinung, dass...

… man wirklich kein Prophet oder Hellseher sein muss, um zu erkennen, wohin bei Corona die Reise geht. Zwar nicht sofort, aber in mehreren Schritten werden wir wieder bei Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht und Ausgangssperren ab 22 Uhr landen. Das will keiner. Natürlich nicht. Auch die Politik nicht. Den Lockdown, zumindest für bestimmte Regionen, aber rigoros auszuschließen, ist dumm und fahrlässig. Politiker versprechen viel, manchmal auch zu viel. Alles ist möglich. Am Ende muss getan werden, was nötig ist, um die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Auch wenn das noch keiner hören will, aber auch die Einführung einer Impfpflicht ist möglich. Der Ethikrat hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen zu prüfen. Im Moment geht es um Ärzte und Pflegepersonal, für die die Impfpflicht möglicherweise kurz bevorsteht. Ob sie auch für Lehrpersonal und weitere Berufsgruppen mit viel Kontakt zu anderen Menschen kommen wird, weiß keiner.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, das wichtigste Beratergremium der Regierung, hält "Impfpflichten für Multiplikatoren" für erforderlich. Auf dem Weg zum Lockdown könnte eine Testpflicht auch für Geimpfte und Genesene der erste Schritt sein, sollte sich die Corona-Lage durch die 2G-Regeln für geimpfte und genesene Menschen nicht verbessern. 2G-Plus ist die nächste logische Maßnahme.
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist stark angestiegen und hat erstmals während der Pandemie den Wert von 50.000 überschritten. Am Vortag waren es 39.676 Ansteckungen und vor genau einer Woche hatte der Wert noch bei 33.949 Ansteckungen gelegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt ebenfalls. Das Robert-Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche am Donnerstag mit 249,1 an. Sie ist somit am vierten Tag in Folge auf einen Höchstwert gestiegen. Aus der Sicht vieler Krankenhausärzte ist eine Überlastung der Intensivstationen nicht mehr abzuwenden. Auch die Zahl der Covid-Patienten mit Impfdurchbrüchen auf Intensivstationen werde weiter ansteigen, prognostizieren Medizinexperten. Zumindest in einigen Regionen befinden wir uns in einer sehr kritischen Phase. Die Politiker haben gar keine andere Wahl, als jedes Mittel zur Eindämmung der Pandemie in Erwägung zu ziehen. Der vorgelegte Gesetzentwurf der Ampelparteien, der diese Woche im Bundestag diskutiert wird, geht jedenfalls nicht weit genug. Wilfried Hub
www.vogtland-anzeiger.de