Ich bin der Meinung, dass...

… wir uns so viel Normalität wie möglich und so lange wie möglich erhalten sollten. Im Moment gelingt das noch ganz gut, weil von der Politik, das kennen wir ja, noch keine eindeutigen Ansagen kommen. Dass wir in Berlin derzeit zwei Regierungen haben, macht die Sache kompliziert, weil jede etwas anderes will, könnte uns aber auch Zeit geben, noch ein bisschen an der Normalität festzuhalten. In Plauen haben die Narren wie üblich die Stadtkasse übernommen. Zwar nicht im Rathaus, sondern davor. Aber was macht das schon. Viele Vereine holen die Versammlungen nach, die in den vergangenen beiden Jahren wegen Corona ausfallen mussten. In den Sporthallen geht's um Treffer, Punkte Zeiten und in den Veranstaltungsstätten wird musiziert, gesungen und Theater gespielt. Zwar alles unter erschwerten Bedingungen, aber immerhin: Was geplant ist, findet auch statt. So könnte es bleiben. Wird es aber vermutlich nicht. Ich befürchte, dass in den nächsten Tagen die Absagen eintrudeln. Die Lage ist einfach zu ernst und sie wird immer ernster. Die Inzidenzen schnellen ungebremst nach oben. In Sachsen lag die Inzidenz der letzten sieben Tage am Dienstag bei 483,7, im Vogtland bei 360,0. Die Kliniken berichten von ausgelasteten Intensivstationen, manche sind schon überlastet. Ein Bundesland nach dem anderen verfügt schärfere Regeln, um die Pandemie einzudämmen. Keiner nennt es Lockdown, schon allein weil der juristisch nicht durchzusetzen ist, aber 2G ist nichts anderes - zumindest für Teile der Bevölkerung. Geimpft zu sein, soll in manchen Einrichtungen künftig nicht mehr genügen. Dort wird trotzdem ein negativer Corona-Test gefordert. Den allerdings soll es bald wieder kostenlos geben.
Da jeder "Experte" etwas anderes sagt, steuern wir schon wieder auf ein Kommunikations-Chaos zu. Die neue Regierung steht am Pranger noch bevor sie im Amt ist. Der Gesetzentwurf der Ampel-Parteien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, der ab Donnerstag im Bundestag beraten werden soll, stößt auf massive Kritik. So lehnt CSU-Chef Markus Söder die Pläne ab. Die Sozialverbände weisen auf Versäumnisse hin. Der Deutsche Städtetag kritisiert, dass mit dem vorgelegten Entwurf die Chance vertan sei, die 2G-Regel im Freizeitbereich gleich bundesweit einzuführen. Nach dem Vorschlag von SPD, FDP und Grünen sollen die steigenden Infektionszahlen unter anderem durch die Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests und 3G am Arbeitsplatz eingedämmt werden. Vernünftig reagieren die Hausärzte. Sie warnen vor Panikmache und Verunsicherung. Wilfried Hub