Ich bin der Meinung, dass...

… der 20. Deutsche Bundestag mit der Wahl von Yvonne Magwas zur stellvertretenden Bundestagspräsidentin eine sehr gute Wahl getroffen hat. Mit 600 von 727 abgegeben Stimmen wurde sie am Dienstag zur Stellvertreterin im zweithöchsten Staatsamt der Bundesrepublik gewählt. Es ist ein Ergebnis, das keine andere Vizepräsidentin oder Vizepräsident erreichte, nicht einmal die neue Parlamentspräsidentin Bärbel Bas (SPD), die mit 576 Stimmen in ihr neues Amt gewählt wurde. Für Yvonne Magwas ist es vorerst zweifellos der Höhepunkt ihrer politischen Karriere. Sie vertritt im neuen Bundestagspräsidium zwar in erster Linie die CDU/CSU-Fraktion, aber ein bisschen dürfen wir Vogtländer uns auch als Gewinner fühlen. Eine Botschafterin aus der Region an höchster Stelle - viel besser geht es kaum noch. Die Wahl von Magwas, die bei der Bundestagswahl eines der wenigen Direktmandate für die CDU in Sachsen eroberte, setzt aber auch Zeichen im Kampf um die Gleichberechtigung der Frauen in der Politik. Seit 2018 ist sie Vorsitzende der "Gruppe der Frauen" in ihrer Fraktion. Sie gibt den Frauen im Bundestag, aber darüber hinaus im ganzen Land eine starke Stimme. Als Mutter ihres zweijährigen Sohnes Jacob ist die studierte Soziologin geerdet und steht mit beiden Beinen im Leben. Für ihre Partei, die CDU, könnte sie zur Hoffnungsträgerin werden. Durch ihre Kandidatur und ihr überzeugendes Wahlergebnis zum "Vize" hat die 41-Jährige aus Auerbach einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung und Verjüngung der Union geleistet. Mit ihrer Wahl setzt Magwas auch ein Zeichen für die Menschen im Osten. Nach Bundeskanzlerin Merkel, die die politische Bühne verlässt, könnte die Vogtländerin ein weiterer Beweis dafür sein, dass Politiker aus den neuen Ländern hohe und höchste Ämter erreichen können. Es ist jetzt auch an der Zeit für mehr Ostdeutsche oder vielleicht sogar Sachsen am Kabinettstisch.
Yvonne Magwas ist mehr als ein "guter Kompromiss", wie Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte, und auch keine dritte Wahl, wie manche Medien verlauten ließen. Sie wird die Skeptiker in- und außerhalb des Hohen Hauses schnell überzeugen. Wer sie kennt, der weiß, dass sie eine Politikerin ist, die weiß, was sie will. Und sie versteht, ihre Ansichten auch gegen Widerstand durchzusetzen. Da ist sie ganz Vogtländerin. Die Heimat hat ihr viel zu verdanken. Sie hat viele Projekte in Berlin und Dresden angeschoben und sorgte dafür, dass Plauen als Modellkommune außerplanmäßig Fördermittel von 50 Millionen Euro vom Bund und vom Freistaat erhält. Wilfried Hub