Ich bin der Meinung, dass...

… sowohl Thomas Hennig, Oberbürgermeister von Klingenthal und wahrscheinlich künftiger Landrat, als auch der neue Plauener Oberbürgermeister Steffen Zenner eine Chance verpasst haben, das Vogtland (noch weiter) nach vorne zu bringen. Beide waren als stellvertretende Landesvorsitzende der Sachsen-CDU im Gespräch. Doch beide wollen nicht kandidieren. Es ehrt sie, dass sie sich auf ihre Aufgaben als Oberbürgermeister in ihren Städten konzentrieren möchten. Dennoch sind die Entscheidungen von beiden nicht richtig. Sitz und Stimme in einem solch bedeutsamen Gremium zu haben, das kann man eigentlich gar nicht ablehnen. Allein schon durch den direkten Zugang zu Ministerpräsident Michael Kretschmer hätten beide mehr für ihre Stadt und darüber hinaus fürs gesamte Vogtland tun können. Wer soll die kommunalen Sorgen und Nöte bei der Staatsregierung ansprechen, wenn nicht die, die tagtäglich miterleben, wo die Probleme liegen und wo Hilfe "von oben" nötig ist. Den ländlichen Raum zu stärken, ist eine wichtige Aufgabe. Stellvertreter des Regierungschefs zu sein, öffnet in Dresden die Türen zu allen Ministerien und anderen Landesbehörden. Beide, Zenner und Hennig, sind zwar jetzt schon in der Landeshauptstadt ganz gut vernetzt. Stellvertreter von Kretschmer zu sein, ist aber doch noch mal eine andere Nummer.
Vermutlich fürchten beide die Doppelbelastung. Doch wer in der Kommunalpolitik antritt, um das Beste für Stadt und Region zu tun, darf diese Mehrarbeit nicht scheuen. Die aktive Mitarbeit in überregionalen Gremien zum Wohle der eigenen Kommune gehört eigentlich zu den Kernaufgaben eines Stadtoberhauptes. Die zusätzliche Arbeit ist überschaubar und letztlich eine Frage der Organisation. Dass die zeitliche Beanspruchung in diesem Job immens ist, wussten beide. Vor allem für Steffen Zenner, der bereits seit Jahren einer von 20 Beisitzern im CDU-Landesvorstand ist, würde sich vermutlich gar nicht so viel ändern. Hennig war von Sachsens Minister für Regionalentwicklung, Thomas Schmidt als Stellvertreter vorgeschlagen worden. Hennig sollte eine wichtige Rolle in der Sachsen-CDU spielen, sagte Schmidt, der ankündigte, seinen Stellvertreter-Posten bei der Neuwahl am 6. November zu räumen. Ein gutes Signal. In erster Linie geht es um die optimale Vertretung des Vogtlandes in der CDU des Freistaates, aber sicherlich auch um die Erneuerung und Verjüngung der CDU. In Sachsen wurde dieser Prozess bereits eingeleitet, aber ein neues und frisches Gesicht aus dem Vogtland an der Seite Michael Kretschmers wäre sicherlich gut - für den Freistaat, aber auch für unsere Region. Wilfried Hub