Ich bin der Meinung, dass..

… es wirklich höchste Zeit wird, an der Gesundheitspolitik in Deutschland etwas zu ändern. Oder anders ausgedrückt, dass Minister Jens Spahn (CDU) endlich ersetzt wird. Die Nachfolgerin/der Nachfolger sollte von der Sache etwas mehr verstehen und nicht ausschließlich auf externe Expertenmeinungen angewiesen sein, die dann, wie bei Spahn, nicht mal richtig eingeordnet werden. Das führte zu den bekannten Widersprüchen, die in der Vergangenheit die Menschen verunsicherten. Dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie oft nicht eingehalten wurden, die geringe Impfbereitschaft und letztlich auch die lange Zeit viel zu niedrige Impfquote waren die Folgen. Zu hoffen bleibt auch, dass sich an der Arbeit des bundeseigenen Robert-Koch-Instituts (RKI) etwas ändert. Das Institut, zuständig für die Pandemie ist, hat viel zur Verwirrung beigetragen. Allein die Tatsache, dass über Monate falsche Impfquoten, nämlich zu niedrige, veröffentlicht wurden, ist ungeheuerlich. Anfang Oktober hatte Präsident Lothar Wieler die Quote um fünf Prozent nach oben korrigiert. Und es wurde so getan, als wäre das ein Erfolg.
RKI-Chef Wieler weist nach wie vor jede Kritik zurück. Grund für die Verzerrung der Zahlen sei, dass manche Stellen nicht alle Impfungen an das Institut melden würden - insbesondere bei den Betriebsärzten sei davon auszugehen, dass nur etwa die Hälfte der tatsächlich gemeldeten Impfungen in die Statistik kommen. Das kann schon sein. Aber die Frage ist, warum es erst nach Monaten auffiel, dass da etwas nicht stimmen kann. Und selbst als im RKI Zweifel an den bekanntgegebenen Impfquoten aufkamen, wurden die falschen Zahlen weiter veröffentlicht. Viel zu spät wurde damit begonnen, die gemeldeten Zahlen zu überprüfen. Das Institut ließ eine Telefonumfrage unter mehr als 1000 Bürgerinnen und Bürgern erstellen. Das Ergebnis wies auf eine deutlich höhere Impfquote hin. Die Frage nach der Impfquote kann das RKI bis heute nicht genau beantworten, gibt Präsident Wieler zu und verteidigt sein Institut gegen Kritik. Schuld sei nicht das RKI selbst, sondern das Meldesystem. Er teile den Ärger über die Meldeprobleme und kritisiert das schleppende Tempo bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Auch das mag sein. Dennoch ist die Geschichte ein Armutszeugnis. Vielleicht hat die FDP recht, die fordert, dass die Behörde nicht länger dem Gesundheitsministerium untersteht. In anderen Ländern kennt man solche Probleme mit der Erfassung der Impfquote übrigens nicht. Das heißt im Klartext: Deutschland ist mal wieder überfordert! Wilfried Hub