Ich bin der Meinung, dass...

… wir nach der großen durch Corona verursachten Krise demnächst weitere Miseren erleben werden, die jeden von uns mehr oder weniger heftig treffen können. Auf die Verbraucher kommen finanzielle Belastungen zu, die für manchen existenziell sein könnten. Zum Beispiel Energiekosten: Ob beim Heizen, Tanken oder bei der Stromrechnung - überall werden wir zur Kasse gebeten. Mit dem Beginn der Heizsaison belasten stark gestiegene Energiepreise die Haushalte. Zweistellige prozentuale Aufschläge im Vergleich zum Vorjahr lassen die Spielräume in der Haushaltskasse schwinden. 300 Euro mehr im Jahr für Gas sind möglich. Beim Strom könnten es 100 Euro sein. Über die Gründe für die Erhöhungen kann man derzeit viel lesen, aber wenig darüber, was dagegen getan werden kann. Die extremen Anstiege sind laut Experten nur vorübergehend. Das kann sein, ist aber eher unrealistisch. Wer glaubt denn schon, dass Benzin plötzlich wieder 20 oder 30 Cent weniger kostet. Es gibt auch Experten, die bis zum Jahresende mit zwei Euro für den Liter Benzin rechnen. Keiner weiß, ob die erhofften Preisabschläge die Erhöhungen kompensieren und mit welchen Zeitverzögerungen sie stattfinden. Die gestiegenen Energiepreise haben bereits zu einem deutlichen Anstieg der Inflation geführt. Wir müssen uns im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen.

 


Die EU empfiehlt staatliche Gegenmaßnahmen und hat "Werkzeuge" vorgestellt, die die Verbraucher entlasten sollen. Während Frankreich und Italien bereits angekündigt haben, die Energie-Preise zu deckeln oder über Steuererstattungen abzufedern, hört man aus Berlin dazu wenig. Auch bei uns wird man vermutlich Heizkostenzuschüsse für sozial schwache Haushalte einführen müssen. Das muss aber schnell gehen und sollte noch von der "alten" Regierung geklärt werden. Wir können nicht warten, bis vielleicht bis Weihnachten die neue steht. Doch nicht nur die Energiekosten schnellen im Moment nach oben. Auch die Preise für Nahrungsmittel, Haushaltsgeräte, Bekleidung und Dienstleistungen ziehen deutlich an. Und weiteres Ungemach droht. Der vielleicht künftige Finanzminister Christian Lindner (FDP) hat Steuererhöhungen zwar ausgeschlossen. Warten wir ab, was er nach dem üblichen sogenannten Kassensturz der neuen Regierung sagt. Für die sieben Milliarden Euro, die nächstes Jahr bei den gesetzlichen Krankenkassen fehlen werden, sollen auch nicht auf die Versicherten aufkommen. Sagt zumindest Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der 2022 aber ganz sicher nicht mehr im Amt sein wird. Mein Tipp: Glauben Sie nichts! Wilfried Hub
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