Ich bin der Meinung, dass...

… es auch in der heutigen Zeit, die leider eher geprägt ist von negativen Nachrichten, glücklicherweise auch positive Botschaften gibt. Die Information aus dem Rathaus, dass die Gebühren für die gastronomische Nutzung des Altmarktes zugunsten der Wirte neu geregelt werden sollen, ist so eine positive Nachricht. Sie kommt von Bau-Bürgermeisterin Kerstin Wolf, die sich von einer Veränderung der "Gebührensatzung für Sondernutzung", wie das im Amtsdeutsch heißt, eine Belebung des Platzes verspricht. Davon profitierte auch die Stadt insgesamt. Recht hat sie. Dem ewigen Jammern, dass auf dem Platz nichts los sei, kann man nur begegnen, indem man etwas ändert. Es muss für die Gastronomie attraktiv sein, Tische, Stühle und Sonnenschirme dort aufzustellen. Und es muss sich rechnen. Das tut es aber nur, wenn die Gebühren niedrig ausfallen oder ganz gestrichen werden. Geringere Gebühren für die Außengastronomie scheiterten in der Vergangenheit stets am Veto des früheren Oberbürgermeisters Ralf Oberdorfer. Mit dem Hinweis auf Einnahmeverluste im städtischen Haushalt lehnte er ein Entgegenkommen für die Wirte in der City ab.

 


Lediglich in der Pandemie wurden die Gebühren für gastronomische Betriebe auf Antrag der CDU-Fraktion ausgesetzt. Mehr noch: Die Stadtverwaltung wurde beauftragt, nach Möglichkeiten zu suchen, für Gaststätten, Imbiss und Hoteliers weitere Flächen für Außengastronomie zur Verfügung zu stellen. 2020 ging es auch um den Erhalt von Beschäftigung. Die Lage in der Branche hat sich zwar verbessert, aber noch immer kämpfen viele Betriebe ums Überleben. Um die Kunden zu entlasten, sie vom Online-Einkauf wieder in die Innenstadtläden zu locken, muss die Stadt auch an den Parkgebühren etwas ändern. In Plauen liegen sie deutlich über denen vergleichbarer Städte. Natürlich kann das Parken nicht kostenlos sein Aber eine Verrechnung der Gebühren beim Einkauf in den Geschäften sollte möglich sein. Das wäre ein kleines Bonbon für die Kunden und eine Hilfe für die Geschäfte, die im Wettbewerb mit den Märkten auf der grünen Wiese stehen. Auch an den Tarifen der Straßenbahn könnte im Sinne der Verbraucher gedreht werden. Würde die Straßenbahn zum Beispiel kostenlos zwischen den Stationen auf der Bahnhofstraße verkehren, wären die Kunden und die Ladenbesitzer in der Oberen Bahnhofstraße dankbar. Früher gab es wenigstens ein Kurzstrecken-Ticket. Gerade für ältere Menschen ist der Fußweg vom Tunnel bergauf Richtung Albertplatz zu beschwerlich und 1,60 Euro für die kurze Tramfahrt zu viel. Wilfried Hub
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