Ich bin der Meinung, dass...

… die vermeintlich guten Ratschläge, die Kanzlerkandidat Armin Laschet jetzt von allen Seiten erhält, der Union eher schaden als nützen. Hans-Georg Maaßen, der Ex-Verfassungsschutzpräsident und umstrittene CDU-Direktkandidat aus Südthüringen fordert den Rauswurf von Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien aus Kanzlerkandidat Laschets "Zukunftsteam". Prien hatte in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" auf die Frage, wie sie es finde, dass Maaßen in Südthüringen von der CDU aufgestellt wurde, gesagt: "Das muss ich hinnehmen, auch wenn ich davon natürlich überhaupt nicht begeistert bin." Sie frage sich, was Herr Maaßen eigentlich in der CDU suche. Maaßen gab sich entrüstet, da Prien als Mitglied des Kompetenzteams von Laschet "unserem Wahlkampf in der derzeit sehr schweren Situation massiv schadet". Ich kann die Erregung Maaßens kaum verstehen, zumal er in seiner eigenen Partei schon länger und auch heftig in der Kritik steht. Seine Nominierung wurde von vielen "Parteifreunden" kritisiert. Er ist wegen seiner Haltung unter anderem zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung umstritten. Man wirft der CDU vor, mit Maaßen am rechten Rand zu fischen. Zudem löste der Ex-Verfassungsschutzchef vor wenigen Wochen mit dem Vorwurf tendenziöser Berichterstattung gegen öffentlich-rechtliche Medien Empörung aus.
Auch die CSU übt weiter Druck auf Laschet aus. Parteichef Markus Söder sieht für die Union das kommende Wochenende als "letzte Chance" vor der Bundestagswahl, noch die Trendwende zu schaffen. Am kommenden Sonntag steht das zweite Triell der Spitzenkandidaten von Union, SPD und Grünen an. Beim TV-Schlagabtausch wird Laschet von einem Millionenpublikum beobachtet werden. Es könnte für den Unionskanzlerkandidaten die Möglichkeit sein, seine Persönlichkeitswerte zu verbessern. Meiner Ansicht nach hat die CSU überhaupt keinen Grund, sich gegenüber Laschet als Besserwisser aufzuspielen. Söder kämpft in Bayern selbst gegen historisch schlechte Umfragewerte. Der CSU droht ein Absturz unter die Marke von 30 Prozent. Aktuelle Umfragen sehen die Partei des Ministerpräsidenten bei lediglich 28 Prozent. Wäre das der Wahlausgang, würde die CSU ihr bislang schlechtestes Bundestagswahlergebnis in Bayern einfahren. Am Wochenende findet in Nürnberg auch der CSU-Parteitag statt. Auf den Auftritt des Unionskandidaten Laschet darf man gespannt sein. "Wir müssen uns alle unterhaken", fordert Söder. Er setzt auf soziale Themen. Die Union müsse klarmachen, dass sie für die kleinen Leute da sei. Wilfried Hub