Ich bin der Meinung, dass...

… die Regelungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie immer unverständlicher werden. Und auch immer schwerer zu erklären sind. Jedenfalls ist im Vogtland die schöne Zeit mit (fast) grenzenlosen Freiheiten erst mal vorbei. Es gilt wieder die erweiterte Maskenpflicht. Der Landkreis war am vergangenen Sonntag den fünften Tag in Folge bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über zehn. Das bedeutet, dass am übernächsten Tag in Geschäften und anderen Einrichtungen das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes wieder zur Pflicht wird. So steht es in der entsprechenden sächsischen Verordnung. Am Sonntag lag die Inzidenz bei 17,9 nach 16,1 am Samstag. Am Mittwoch voriger Woche wurde mit 12,4 zum ersten Mal eine Inzidenz von über zehn ermittelt. Danach stieg der Wert kontinuierlich an. Das muss verwundern, denn vergangene Woche gab die Bundesregierung bekannt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr so wichtig sei. Der Grenzwert 50 für eventuelle Corona-Einschränkungen spielt seitdem keine große Rolle mehr. Künftig sollen andere Richtwerte entscheidend sein. Der neue Weg von Gesundheitsminister Jens Spahn wurde allgemein begrüßt. Der Grenzwert von zehn für die Maskenpflicht soll aber zumindest vorerst bleiben. Verrückte Welt.
Die neue große Diskussion der vielen sogenannten Experten dreht sich um 2G und 3G. Der einzige Weg, um wieder zu einem weitgehend normalen Leben zurückzukehren, scheint die 2G-Regelung zu sein - zumindest für Geimpfte und Genesene. In Hamburg wurde sie vor einigen Tagen eingeführt. Restaurants, Kneipen, Theater, Kinos und andere Publikumseinrichtungen bleiben Geimpften und Genesenen vorbehalten. Im Gegenzug entfallen dann dort Beschränkungen wie Abstandsvorgaben, Testpflicht, Tanzverbot und Vorgaben zu Sitzplätzen. Veranstalter und Gastronomiebetriebe, die die Teilnahme an 2G anmelden können, müssen dann allerdings kontrollieren, ob die Gäste einen Impf- oder Genesenen-Nachweis dabeihaben. Bei Verstößen drohen ein Bußgelder von 1000 bis 20.000 Euro. Noch ist unklar, ob das Angebot überall in Deutschland eingeführt wird. Vor allem Gastronomen sind skeptisch, ob sich ihr Betrieb mit 2G wirtschaftlich führen lässt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) befürchtet, dass in der Gastronomie und Hotellerie durch 2G den Beschäftigten, die sich nicht impfen lassen wollen oder können, möglicherweise der Jobverlust droht. Meiner Ansicht nach verstärkt 2G die Spaltung der Gesellschaft. Wilfried Hub